12. November 2007

Broder fordert Satisfaktion, ich fordere Geld!

Ich habe wegen einer Sachbeschädigung einen auf Geld gerichteten Anspruch gegen meinen Schädiger. Dass mein Anspruch auf Geld gerichtet ist, ergibt sich aus

§ 249 BGB: (2) 1Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen.
Die Ratio dieser Vorschrift ist, dass ein Geschädigter das verletzte Rechtsgut nicht dem Schädiger zur Wiederherstellung anvertrauen sollen muss (vgl. schon Prot. I S. 296, 297 und BGHZ 63, 182, 184).

Gerade überlege ich, ob es vertretbar ist, diesem Schädiger meine Kontodaten zu übermitteln, damit er mir den Betrag überweisen kann. Allerdings könnte dieser 17jährige Kaputtnik auch auf die Idee kommen, sich unter Angabe meiner Kontodaten z.B. eine Tarnhose, das neue Album von Bushido oder ein Mofa zu bestellen. Das will ich natürlich vermeiden, denn das würde nur Scherereien für mich bedeuten.

Das Problem, sich einer unberechtigten Forderung ausgesetzt zu sehen, traf kürzlich auch den Publizisten Henryk M. Broder, der mir vor allem durch seine Kommantare im Spiegel bzw. bei Spiegel online bekannt ist.

Er löste das Problem nicht unbedingt nach dem Wortlaut des Gesetzes, aber nicht minder effektiv! Ein kleiner Vorgeschmack:

jetzt reicht es. ich erwarte sie am kommenden samstag, punkt 12 uhr, vor der "roten flora" im schanzenviertel. nehmen sie 8-unzen-handschuhe, ihren sekundanten und einen sanitäter mit. und vor allem: nehmen sie sich reichlich urlaub, den werden sie für ihre genesung brauchen.

:o)

Gegenüber meinem Schuldner ist ein solches Vorgehen aber wohl nicht anzuraten. Das Geld selbst abzuholen sehe ich aber schon wegen § 270 Abs. 1 BGB nicht ein, und meine Adresse möchte ich ihm auch nicht unbedingt geben... Wie man's macht... Scherereien drohen in jedem Fall.

:o(

1 Kommentar:

Desperado hat gesagt…

Tatsächlich eine sehr amüsante website. Mein Favorit ist: "Sie können mich mal, Sie Knallkopp". So möchte ich auch mal Briefverkehr führen. Mit nur sechs Worten ist alles gesagt. Kurz und prägnant!

 

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