8. November 2007

Doch keine Hungerlöhne?

Die Bensheimer Kanzlei weist Vorwürfe von sich.

So, hier kommt nun ein Nachtrag von Desperado:
Also, ich kann mich dem Tenor der Kommentare bei den Blogger-Kollegen Jurabilis (hier und hier) nur anschließen, dass die Presseerklärung eine reine Schutzbehauptung ist.
Wie hier zu lesen war, habe ich nach mehreren Anrufen mit zwei angestellten Damen telefoniert. Daher möchte ich zu ein paar Punkten der Presseerklärung Stellung nehmen.
Frau Dr. Kübler wird dort wie folgt zusammengefasst:
„Aus meiner Sicht müsste erkennbar sein, dass mit 1250 Euro keine Vollzeitstelle gemeint sein konnten. Wir wollten Nachwuchsjuristen ansprechen“. Deshalb sei in der Annonce nur eine Telefonnummer angegeben worden und es fehle die Angabe „Bewerbungsunterlagen zu richten an“.
Unter der Telefonnummer war nur schwerlich jemand zu erreichen. Die erste der beiden Damen am Telefon sagte mir mehrfach, ich solle einfach Bewerbungsunterlagen hinschicken, weil das am einfachsten sei. Die Telefonnummer wurde also nur angegeben, damit die Dame am Telefon die Angabe "Bewerbungsunterlagen sind zu richten an" ersetzt? Ob Vollzeitstelle oder nicht - das ist selbstverständlich nicht nur wegen des Gehalts erkennbar. Ich fragte am Telefon explizit nach, ob sich ein Tippfehler eingeschlichen hat oder ob noch Informationen fehlen. Dann hieß es "Wie meinen Sie das?" und ich erklärte, dass das zu wenig Geld für einen Volljuristen sei. "Ähm, ja, ich gehe davon aus, dass die Stunden noch verhandelt werden können." Ähnliches hörte ich dann ja auch bei dem 2. Anruf, der dann erst eine Zusammenfassung in diesem Blog verdiente. Aber wenn ich schon nach fehlenden Informationen frage, dann erwarte ich doch als erstes: "Ja, es ist nur eine Teilzeitstelle."?

Frau Dr. Kübler wird außerdem auch wie folgt zusammengefasst:
„Bei den Teilzeitstellen, die wir uns vorgestellt haben, sind wir von einer Wochenarbeitszeit von 15 bis 20 Stunden an zwei bis drei Tagen ausgegangen“, so Heidrun Kübler weiter. Zielgruppe der Anzeigen seien beispielsweise Nachwuchsjuristen, die sich auf eine Promotion vorbereiten oder parallel zum Job bei Kübler in anderen Berufsfeldern Erfahrungen sammeln wollen.
Arbeit an 2-3 Tagen? Warum nimmt man dann nicht statt zweier Juristen einfach nur einen? Es liegt nahe, dass deswegen dieser Weg gewählt wird, weil aus einer angeblichen Teilzeitstelle schnell eine Vollzeitstelle durch Überstunden werden kann. Und nach einer Promotion fragte ich explizit. Es hieß, dass man keinen Dr.-Titel braucht. Darauf erwarte ich: "Sie können aber gerne nebenher promovieren. Die Stelle bei uns ist ein Teilzeitjob."

Mir tut es auch sehr leid, dass es Herrn Dr. Kübler so schlecht geht, aber das muss man von dieser Situation hier einmal getrennt sehen. In einer Kanzlei aus "zwei Anwälten, zwei Angestellten und einer freien Mitarbeiterin" wird es doch einen geben, der erkennt, wie der objektive Empfängerhorizont von so einer Stellenanzeige erreicht wird? Und außerdem muss das Telefonteam doch ausreichend auf mögliche Anrufe vorbereitet sein? Das kann doch nicht sein, dass ein Anrufer das Gefühl bekommt, von der Chefin verleugnet zu werden? Die einfachen Fragen, die ich gestellt habe, hätte man einer Sekretärin schon einimpfen können.
So liegt doch schon wirklich sehr nahe, dass es sich nur um Schutzbehauptungen handelt.



1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

schließe mich der hier geäußerten Auffassung vollumfänglich an ;-)

 

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