19. November 2007

Unerbittlicher Fiskus

Wie der Spiegel berichtet, müssen Fußball-Proficlubs in Zukunft mit deutlich höheren Steuern rechnen.
Der Grund dafür liegt in § 5 I Nr. 9 S. 2 KStG iVm § 64 I AO.
Die Steuerbehörden sind nämlich der Ansicht, dass die Vereine ihren status als "gemeinnützige Körperschaft" iSd § 52 AO durch die fortschreitende "Kommerzialisierung des Fußballs" verloren haben. Die Lizenzspieler-Abteilung innerhalb der Clubs sei ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb iSd § 14 AO und damit nach § 64 AO (Körperschaft-) steuerpflichtig. Da diese Profi-Abteilungen nicht der Unterstützung der gemeinnützigen Zwecke dienen, handle es sich auch nicht um Zweckbetriebe iSd § 65 AO.

Ich muss gestehen, dass ich verwundert bin, dass die Finanzbehörden erst jetzt auf diese Problematik stoßen. Bei Umsätzen von bis zu 100 Mio. € im Jahr liegt die Einordnung als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb doch sehr nahe. Und dass dieser Geschäftsbetrieb nicht unbedingt "in seiner Gesamtrichtung dazu dient, die steuerbegünstigten satzungsmäßigen Zwecke der Körperschaft zu verwirklichen" (siehe § 65 Nr. 1 AO), dürfte ebenso evident sein.

M.E. haben aber nur diejenigen Clubs Probleme, die ihre Lizenspieler-Abteilung bisher noch nicht in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben (so etwa der VfB Stuttgart oder auch der HSV; als Kapitalgesellschaft firmieren etwa die FC Bayern München AG oder die Werder Bremen GmbH & Co KGaA) - diese Kapitalgesellschaften wurden auch bisher nicht als "gemeinnützig" eingestuft. Für diese Kapitalgesellschaften wurde also ohnehin Körperschaft- und Gewerbesteuer gezahlt, so dass sich für die betreffenden Vereine nichts ändern wird.

Man fragt sich aber schon, warum die weiter als e.V. organisierten Profi-Clubs und deren juristische Berater diese Problematik nicht vorhergesehen und dementsprechend reagiert haben.

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