19. Februar 2008

Liechtenstein ausräuchern: Jetzt!

Obgleich die Steueraffäre noch immer hohe Wellen schlägt, formiert sich langsam aber sicher Widerstand gegen die Ermittlungen der deutschen Steuerbehörden und Staatsanwälte. Das beschauliche, sympathische Fürstentum strikes back! Staatschef Erbprinz Alois wirft Deutschland vor, einen "Angriff" auf sein Land geführt zu haben. Liechtenstein erwäge nunmehr rechtliche Schritte gegen die Bundesrepublik, während die heimische Justiz schon Ermittlungen gegen die undichte Stelle in der liechtensteiner Bank und die Informationen ankaufenden BND-Beamten aufgenommen habe.

Da bekommt man ja fast Mitleid mit diesem armen, bedrängten Ländchen! Aber nur, wenn man drüber hinwegsieht, dass man bislang mehr als gut von organisiertem Steuerhinterzug gelebt hat. Dem wissen die Liechtensteiner aber entgegenzuhalten, dass nur etwa 30 % (!!) des Brutoinlandproduktes vom Bankensektor erwirtschaftet werde... Was soll man dazu sagen?

Es wird Zeit, dass EU-weit gemeinsam gegen dieses moderne Raubrittertum wider unsere Volkswirtschaften vorgegangen wird. Als ersten Schritt sollte man Fürst Hans-Adam II. und seiner degenerierten Adels-Mischpoke, die an uns allen bislang prächtig verdient haben, die Einreise in EU-Staaten untersagen. Dann sitzen sie nämlich fest, diese feinen Herren. Für einen eigenen Flugplatz ist ihr Fürstentum zu winzig. Wir können nur hoffen, dass die Schweizer da mitspielen. Aber die verdienen ja leider auch ganz gut an den ganzen Steuerflüchtigen...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Dies ist doch nicht ernstgemeint, schließlich kommen aus Liechtenstein schöne Männerspielzeuge (Hilti). Ist doch menschlich, dass man sich das günstigere Angebot aussucht. Wenn man billig fliegen will, warum soll man dann nicht billig Steuern (= legalisierter Diebstahl) zahlen ;-)

Warum werden Steuern hinterzogen? Was für eine irrwitzige Idee, dass es am Spitzensteuersatz von ca. 47,5 % in D liegen könnte.

Anonym hat gesagt…

@1 Das deutsche Steuerrecht muss dringend reformiert werden. Allerdings greift die Argumentation nicht Platz, dass strafbares und unmoralisches Verhalten durch hohe Steuersätze in D gedeckt ist. Die betreffenden Quasi-Schmarotzerstaaten und die beteiligten Straftäter müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Jochen Hoff hat gesagt…

Gestern war bei uns in der Kneipe schon eine Lösung gefunden:

Gestern Abend hörte ich übrigens in der Kneipe von einem netten, aber für Liechtenstein nicht sehr angenehmen Plan. Da fantasiert doch glatt einer darüber, das wir ja alle 80 Millionen Deutschen zu einem Shit Out nach Liechtenstein einladen könnten. Das Problem dabei ist nur, das Liechtenstein nicht sehr groß ist. Die planten noch wie die Reihen der Zuscheißenden aufzubauen seien um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, als ich schon wieder ging. Aber die Idee hat was.

weiter hier, aber es wird nicht appetitlicher:

http://www.duckhome.de/tb/archives/1955-Liechtenstein-bitte-mal-einen-Gang-zurueckschalten.html

Anonym hat gesagt…

Haut doch nicht einfach auf Lichtenstein ein, nehmt den Economist schlagt die hinteren Seiten auf: Rubrik "Business&Personal". Da findet ihr die Anzeigen die meist beginnen mit dem Text "Tax-Planing oder Tax Free".
Das schöne an der ganzen Affäre ist einfach der Umstand, dass in allen Steueroasen der Welt irgend ein sich unterbezahlt wähnender Angestellter mit Zugang zu den Daten seiner Company sitzen kann, der sich einfach fragt und ich ? ....

Nils hat gesagt…

Gut gebrüllt, Johnny Kuppler: "die Einreise in die EU-Staaten verwehren".

Vergleichbares (wenn dort auch ernst Gemeintes) konnte man gestern auf "Frontal21" sehen, als ein Steuerfahnder, der auch bei Verdi als Bezirksunterwichtigsekretär tätig ist, sich äußerte: Wie die USA solle Deutschland einfach den Liechtensteiner Banken den Aufenthalt im Bundesgebiet verbieten, so unser Arbeitnehmervertreter.

Ja, öhm, tolle Idee, Gewerkschaftsfuzzi. Abgesehen von der EWR.

 

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