16. Juni 2008

Mögliche Konsequenz der Klage einer Praktikantin

Frau Maria H. scheint anwaltlich nur vermeintlich gut beraten zu sein, wenn man bedenkt, dass ihre arbeitsrechtliche Klage nach einem unterbezahltem Praktikumsplatz nun unter Nennung ihres vollen Namens und einem Foto bei Spiegel-Online zu finden ist.
Ok, zugegeben, ihr Anwalt hat große Nachzahlungen mit ihrer Klage gegen ihren Ex-Arbeitgeber erreicht und wir als "Generation Praktikum" können ihr da auch sehr dankbar sein. Nur ist doch mittlerweile bekannt, dass Arbeitgeber ihre zukünftigen Arbeitnehmer vor einem Bewerbungsgespräch gerne auch googlen. Wenn nun also ein Arbeitgeber auf ihre Bewerbung hin ihren Namen googlet und entdeckt, wie streitbar sie sich gegenüber dem Arbeitgeber verhalten könnte, dann führt dies vielleicht zu einer typischen Standardabsage.
Dass Maria klagte, begrüße ich. Dass sie den Fall nun aber noch journalistisch ausschlachten lässt, halte ich aus den genannten Gründen für nicht sehr klug. Aber vielleicht hat sie ihren Anwalt auch einfach nicht gefragt. Oder - was ich aber nicht so gerne unterstellen mag - der Spiegel hat sich über presserechtliche Grundsätze hinweggesetzt und das Foto aus dem Internet, wie es einst die Bildzeitung mit der "schönen Pilotin" machte, die in Hamburg-Fuhlsbüttel einen Beinahe-Crash hatte. Jedenfalls fehlt neben dem Foto der "schönen Praktikantin" eine Namensnennung.
Ich gebe den Namen zu Beginn dieses Posts übrigens nur zu ihrem Schutz verkürzt wieder. Nicht, dass wir es ihren zukünftigen Arbeitgebern beim googlen noch leichter machen.

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