7. Juli 2008

Der Füller als Bewerbungswaffe

In der Strafrechts-AG teilte uns der unterrichtende Staatsanwalt neulich beiläufig mit, dass in vielen Unternehmen Bewerbungen im Vorfeld aussortiert werden, die nicht mit einem Füller unterschrieben sind. "Der Bewerber hat doch keinen Stil.", heißt es. Mindestens bei Bewerbungen in der StA wird wohl so vorgegangen.
Diese Ansicht ist sehr hart, aber ein wenig Wasser auf meine Mühlen. Auch ich finde, dass es sich mit keinem Schreibgerät so schön schreibt wie mit einem Füller. Das sehe ich schon seit der Grundschule so, nur dass ich jetzt nicht mehr mit einem Geha oder Pelikan schreibe. Der Knüller bei uns war damals der Tornado SLS, der am Ende einen eingebauten "Tintenkiller" hatte. Mit der Tinte des Tornado SLS konnte man auf das soeben gelöschte erneut schreiben. Eine Sensation!
Naja, wer sich neben mir noch für Füller interessiert, kann hier bei SpiegelOnline lesen, wie die Hersteller den Füller in Zeiten von Blackberry auf dem Markt etablieren wollen.

Kommentare:

Peter Sansibar hat gesagt…

Art. 33 Abs. 2 GG:
"Jeder Deutsche, der seine Bewerbung mit einem Füllfederhalter unterzeichnet, hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte."

:)

Desperado hat gesagt…

Yeah, vielleicht sollte man überlegen, diesen Zusatz in das GG aufzunehmen, um Unklarheiten von vornherein aus dem Wege zu räumen. :)

Anonym hat gesagt…

Das ist ja wirklich der größte Schwachsinn, den ich seit langem in Weblogs gelesen habe. Ich schreibe und unterschreibe seit der Grundschule nichts mehr mit Füller - bin schließlich Linkshänder und würde damit alles nur verwischen. Meinem beruflichen Werdegang hat es kaum geschadet.

Mirko hat gesagt…

Meine potentiellen Arbeitgeber wollten meine Bewerbung überhaupt nicht auf Papier haben. Bei so einem Scan muss man also schon sehr genau hinsehen mit welchem Stift sie unterschrieben wurde.

Anonym hat gesagt…

Wie schon der wohl distanzierende Beitrag andeutet: Wichtigtuerei großspuriger Referendarausbilder. Als Kieler weiß ich, wovon ich spreche. ;-)

Desperado hat gesagt…

@ #5: Du müsstest Dich mir mal bei Gelegenheit "entanonymisieren", wenn wir uns über den Weg laufen. Offensichtlich kennen wir beide den besagten AG-Leiter? ;)

@ #3: Sicherlich ist es auch berufsabhängig. Wir haben in der AG aber auch protestiert, als der AG-Leiter dann auch noch sagte: "Wuah, heute gibt es ja schon Leute, die ihre Bewerbung per Mail versenden. Völlig stillos." Bis auf 1x habe ich mich aber bisher immer nur per Mail mit zusammenhängendem PDF beworben.

Klarstellen möchte ich fairerweise aber, dass der AG-Leiter trotzdem absolut TOP ist, was unseren Lerneffekt angeht.

Peter Sansibar hat gesagt…

Der Mann hat Recht: Wer postalische Bewerbungen nicht mit einem Füller unterschreibt, hat keinen Stil.

Ob man davon die Einstellung abhängig machen sollte, ist eine andere Frage. Mag ja auch Posten für stillose Menschen geben.

Anonym hat gesagt…

Sorry für die falsche Platzierung, aber "desperado" hatte hier: http://stattaller.blogspot.com/2008/02/die-abmahner.html eine Bitte.

Wie kann ich Ihnen den nunmehr ergangenen und jetzt auch geschwärzt vorliegenden KG- Berlin- Rechtsmißbrauchs-Beschluß zukommen lassen?

Gruß eine Osco- Abgemahnte

Anonym hat gesagt…

Antwort siehe Ursprungsbeitrag;-)

Schönen Abend, Gruß die Osco-Abgemahnte

 

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