13. Juli 2008

"Mafiafilm"-geschädigte Zeugen in Norddeutschland

Vor kurzem war ich als Sitzungsvertreter der StA in einer Gerichtsverhandlung, in der zwei der Zeugen zunächst äußerten, sie würden ihre Aussage gerne machen wollen, aber vorher solle doch bitte der Angeklagte des Saales verwiesen werden, weil sie etwas Angst vor ihm hätten. Vor zwei Jahren sei er wohl mal gemein zu ihnen gewesen. Die Richterin lehnte das natürlich ab und erwähnte, dass der Angeklagte ein Recht hätte, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu erfahren. An solche Zeugenschutzgeschichten werden ganz hohe Anforderungen gestellt. Der Angeklagte hielt den Zeugen dann außerdem vor, dass sie letztes Silvester auch ganz friedlich miteinander verbracht hätten.

Nun, letzten Freitag hatte ich bei der gleichen Richterin eine Verhandlung und der einzige Zeuge erklärte zuvor schriftlich, dass er aus Gründen seiner Arbeit evtl. mit 30 Min Verspätung kommen würde (was ihm bewilligt wurde) und außerdem den Antrag stellen möchte, doch bitte ohne den Angeklagten vernommen zu werden (was ihm nicht bewilligt wurde).
Ich unterhielt mich kurz mit der Richterin über diese doch kürzlich schon vorgekommenen Merkwürdigkeiten und sie sagte mir daraufhin, dass sie in letzter Zeit schon sechs derartige Anträge erlebt hat.
Also, sowas!? Man könnte ja fast den Eindruck bekommen, wir seien hier in Sizilien.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielleicht ist dies ja tatsächlich in letzter Zeit vermehrt im Fernsehen augetaucht? Anwaltsserien (ausländische Produktionen)?

Tobias hat gesagt…

Wo in Norddeutschland? PI?

Desperado hat gesagt…

Nee, nicht Pinneberg, sondern Kiel. Kommst Du aus Pinneberg?

 

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