30. Juli 2008

Messer als reine Tötungsmaschine

"In Deutschland wollen die zuständigen Behörden jetzt prüfen, ob das Messer legal verkauft werden darf."
Ich hoffe doch sehr, dass die Behörden sich dagegen entscheiden. Aber eigentlich bin ich da zuversichtlich: Nach Anlage 2 des WaffenG sind schließlich schon Butterfly-Messer (siehe Punkt 1.4.3.) verboten, obwohl die m.E. den Gefahrencharakter eines Küchenmessers haben.

Das zu prüfende Messer hat im Griff eine eingebaute Gaspatrone, deren an der Klinge entweichendes Gas eine gefrierende Blase in Basketballgröße erzeugt. Die umliegenden Organe explodieren dabei geradezu.
Es kostet 380 Dollar, was hoffentlich ohnehin eine kleine Hemmschwelle für Jugendliche sein wird, falls die sich das Geld nicht durch "Abziehen" (Euphemismus für schweren Raub oder räuberische Erpressung) organisieren. Es wäre mir daher lieber, das Messer würde von vornherein verboten werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

...oh mann. Dem Verbot von Butterflymessern liegt nicht seine Gefährlichkeit zugrunde, sondern die einschüchternde Wirkung in der Hand eines Angreifers.

Anonym hat gesagt…

Das Messer, eines der ältesten Werkzeuge der Menschheit verbieten?Was würde das bringen? Nichts.! Wir werden immer mehr beschnitten in unserem Recht, selbst zu entscheiden. Die Dummen wären bei einem Verbot doch nur die, welche sich nach Recht und Gesetz richten, man sollte doch wirklich mal die Messerstecher sensibilisieren und die Möglichgeiten der jetzigen Gesetze anwenden. Macht man das nicht, wird auch eine Gesetzesänderung nichts bringen. Komisch ist, früher konnte man mit einer Machete über die Strasse laufen, heute nicht mehr, woran mag das liegen? Der Ansatz ist wohl wo anders zu suchen.

PR hat gesagt…

Aufgrund des Gasdrucks beim erwähnten Messer könnte man den Gedanken bekommen, dass es sich nicht nur um ein Messer, sondern um eine (Schuss-)Waffe handeln könnte. Offenbar liegt hier die Gefährlichkeit nicht im Bereich des Stiches sondern im Bereich der danach erfolgenden Gaseinwirkung.

Peter Sansibar hat gesagt…

@ anonym #1
...oh mann. Dem Verbot von Butterflymessern liegt natürlich deren (!) Gefährlichkeit zugrunde. Ausweislich der Anlage 1 Nr. 2.1.4 fallen "Butterfly-Messer" unter § 1 II Nr. 2a WaffG. Es sind also "tragbare Gegenstände, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen."

frogger hat gesagt…

Zum WASP-Messer:

Waffenrechtlich ist es als "Hieb- und Stoßwaffe" einzustufen, mit
folgenden rechtlichen Folgen:

1. Verkauf, Besitz und Führen ab 18 Jahren
2. Führen nur zu einem allgemein anerkanntem sozialadäquatem Zweck: zB Fischen oder Jagen. Ein Verstoß wäre eine Ordnungswidrigkeit (vergleichbar wie bei Rot über die Ampel fahren).
3. Verbot des Führens auf öffentlichen Veranstaltungen.

Man könnte im Zusammenhang mit der Kältewirkung auf den Gedanken kommen, dass der Verbotstatbestand nach WaffG Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 bis 4) Waffenliste Abschnitt 1:
Verbotene Waffen 1.3.6 erfüllt ist. Kälte ist jedoch keine "Energie" und die Vorschrift wendet sich auch eher gegen Elektro- oder Strahlenwaffen.

Fazit: Das Messer ist in Deutschland legal ab 18 zu erwerben und zu besitzen. Das Führen unterliegt den Einschränkungen, wie jede andere Hieb- und Stoßwaffe.


Mit freundlichen Grüßen,

Thomas Lemke

Anonym hat gesagt…

Hi
Wenn ich jetzt nicht 18 bin und das trotzdem haben wil ( ich habe so ein paar kontakte wo es kein porblem ist so ein messer zu erwerben) und ich von der polizeri damit erwischt werde was passiert dann ?

Anonym hat gesagt…

Hi
Wenn ich jetzt nicht 18 bin und das trotzdem haben wil ( ich habe so ein paar kontakte wo es kein porblem ist so ein messer zu erwerben) und ich von der polizeri damit erwischt werde was passiert dann ?

Desperado hat gesagt…

Also, ich behaupte jetzt mal ganz dreist, dass Du doch bestimmt schon Erfahrungen mit dem Jugendgericht hast, wenn Du Dir so ein Messer anschaffen willst, oder? Dann müsstest Du den Lauf der Dinge doch eigentlich kennen.

Die Polizei schaltet die Staatsanwaltschaft ein. Deine Eltern und das Jugendamt werden informiert. Du kommst vor das Jugendgericht. Der Jugendrichter wird Dich entsprechend verurteilen. Die Strafe hängt ein wenig davon ab, ob Du schon strafrechtlich in Erscheinung getreten bist. Das Messer wird auf jeden Fall eingezogen werden.

Ich würde es an Deiner Stelle einfach bleiben lassen. Das Messer kostet viel Geld und wird Dir ohnehin weggenommen werden, wenn Du damit erwischt wirst. Außerdem bist Du Dir des Schadens auf Grund jugendlicher Naivität sicher nicht bewusst, den Du mit so einem Messer anrichten kannst. Umgekehrt kann es natürlich auch passieren, dass Du das Messer "nur" zur Bedrohung im Verteidigungsfalle nutzen willst, es Dir dann aber vom Gegner abgenommen und gegen Dich verwendet wird.

Dass die Strafe umso höher ausfällt, wenn Du das Messer nutzt, um anderen Leuten die Handys, MP3-Player und Klamotten abzunehmen, ist Dir hoffentlich klar? Die Strafe fällt schon höher aus, wenn Du das Messer während eines Ladendiebstahls bei Dir führst.

Die Gefahr, erwischt zu werden, ist übrigens sehr hoch. Oftmals reagieren glücklicherweise die Eltern besorgter Klassenkameraden und schalten die Polizei ein. Die wiederum wird dann in ihrer Ermittlung sehr oft von den Eltern der jugendlichen Straftäter unterstützt, weil die Eltern verzeifelt und dankbar sind, dass ihr Sohn von unserem Rechtssystem erzogen wird, da sie selbst nicht mehr weiter wissen. Ich habe sehr oft die Eltern in den Zuschauerreihen des Gerichts sitzen sehen, die den Richter geradezu "anfeuerten", er möge den Sohn ordentlich "abstrafen".

Anonym hat gesagt…

labba...labba...labba

das ding ist zum töten klar

aba wenn du mit dem ding geschnappt wirst und es nur so dabei hattest kriegst du eigentlich nur ne anzeige die meist sowiso fallen gelassen wird wenn du nicht vorbestraft bist
kategorie: schlagring
butterfly usw. klar des ding ähnelt eher ner schusswaffe
aber du landest nicht vor dem gericht einfach so.....nur wenn du des benutzt dann ade....
solche sachen zu besorgen ist in deutschland net so ein grosses problem wie jeder denkt...denkt mal nach hier gibt 20tausend illegalle schuswaffen und
10tausend legale...kein wunder oder?

Desperado hat gesagt…

@ Nr. 9:
Wer hat Dir denn so einen Quatsch eingetrichtert? Erzählt man sich solche Sachen auf dem Schulhof?

Aus meinem Erfahrungsschatz bei der Staatsanwaltschaft kann ich Dir berichten, dass wir jeden, der einen Schlagring bei sich führte (Dein Kategorie-Beispiel), angeklagt und damit also vor den (Jugend-)Richter gebracht haben. Und das gab dann natürlich auch einen Register-Eintrag und zuvor das von mir bereits geschilderte Prozedere.

 

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