29. Juli 2008

Porsche - Der unsägliche Kommentar Lafontaines

Der Kollege Sansibar hat die Neiddebatte über Manager-Gehälter schon einmal schön aus juristischer Sicht kritisch hinterfragt. Nun musste ich voll Ärger bei Spiegel Online eine auf Spekulation(!) aufbauende Kritik am Gehalt des Porsche-Managers Wiedeking durch den Vorzeige-Linken Lafontaine lesen. Porsche schaffte es wohl, den Gewinn höher zu schrauben als den Umsatz. Dadurch könnte das Manager-Gehalt Wiedekings erheblich steigen, was von Lafontaine in seiner ihm eigenen populistischen Art als "Manager-Selbstbedienung" tituliert wird.

Erinnern wir uns einmal zurück: Porsche zählt spätestens seit der Kreation des Porsche 911 zum Inbegriff "guter deutscher Wertarbeit". Der Ruf, den Porsche vor allem im Ausland genießt, ist schwer in Worte zu fassen und beschert Deutschland ein gutes Image. Dennoch schrieb Porsche Anfang der 90er Jahre rote Zahlen. Der traditionelle Vorstand schwitzte: Wir brauchen Hilfe!
Er kam, sah und siegte: Wendelin Wiedeking. Durch mutige Aktionen wie das Facelift des seit 30 Jahren im Design kaum veränderten 911 und die Wiedergeburt des 550 RS Spyder in Gestalt des Porsche Boxster sowie viel Unternehmergeist holte er dieses Unternehmen aus der Krise.
Doch nicht nur das! In den letzten Tagen zeigen sich Anzeichen für die VW-Übernahme durch Porsche. Ein Unternehmen, das einst rote Zahlen schrieb?

So, dies alles darf doch wohl durch ein entsprechendes Gehalt in Form einer Beteiligung belohnt werden? Wenn Porsche boomt, führt das doch immerhin zu einem schönen Beitrag für unsere Wirtschaft und zu einigen Arbeitsplätzen. Wenn Wiedeking von dem Kuchen etwas abbekommt, sind das doch Peanuts und ist dies nur gerecht? Durch den Porsche-Boom und den Beitrag zum Wirtschaftswachstum wurde doch schon ein Beitrag für die Allgemeinheit geleistet, aber das kann und will ein Linker wohl nicht erkennen.
So wird von Spiegel Online zu Recht ein Porsche-Sprecher zitiert:
"Dieser Vorgang ist skandalös, erst recht vor dem Hintergrund, dass auch ein Lafontaine weiß, dass die Gehälter von Managern von den Aufsichtsräten festgelegt werden und sie sich nicht selbst bedienen können."
Gute Leute wollen natürlich eine angemessene Belohnung für ihre Leistung, Herr Lafontaine! Sonst könnten sie ihre Hände nämlich auch in den Schoß legen und ihre Leistung zurückschrauben. Und was hätten wir davon?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Scheinbar hat WW sogar unter Einsatz des eigenen Vermögens bei PORSCHE angefangen.

Auch wenn er wirklich viel Geld verdient - da gibt es andere, bei denen eine Neiddebatte angebrachter wäre.

Anonym hat gesagt…

was wir davon hätten? mehr Harz IV Empfänger und damit mehr Wähler des feinen Herrn Lafontaien :-)

Man kann doch nicht seine Wählerschaft durch Auffordern zu mehr eigeninitiative dezimieren, wo kämen wir denn dann hin?

msh hat gesagt…

Erst dann darf sich Lafontaine ein Urteil über das Gehalt von Wendelin Wiedeking erlauben:

http://go2.u6e.de/iscenb

Anonym hat gesagt…

"Gute Leute wollen eine ngemessene Belohnung für ihre Leistung"
Wow, ich sages es ja immer wieder Juristen sind derart fachbeschränkt.....klar..der Herr Wiedeking hat das mit seinen eigenen Händen Arbeit vollständig alleine geleistet..neiman in der Firma hat ihm dabei unterstützt.....!
Es würden allen hier guttun und anraten, sozialkritischer zu sein udn mehr zu lesen!Das hat nichts mit dem Lafontaine zu tun!

Peter Sansibar hat gesagt…

Vermutlich haben Sie Recht: Wir "fachbeschränkten" Juristen sollten mal die Nase aus dem Schönfelder ziehen und in die reale Welt eintauchen. Vor allem sollten wird mehr lesen. Vielleicht auch mal ne Zeitung oder so. Vielleicht haben Sie als umfassend gebildeter und lesender Nicht-Jurist für uns einen Tipp: Wo informieren Sie sich? Vielleicht bei Indymedia.org?

Gruß!
PS

Desperado hat gesagt…

@Nr.4 (anonym): Komisch, Ihre Orthografiekenntnisse und die unseriöse Punkte-Setzung vermitteln eigentlich nicht den Eindruck, als würden Sie viel lesen. Und dieses zynische "niemand hat ihn unterstützt" klingt irgendwie eher nach "Mein Chef wäre ohne mich auch verloren." Das ist regelmäßig die Einstellung der Neider und irgendwie befremdlich. Wer es besser kann, könnte ja selbst Chef werden? Und ich bin sicher, dass auch im Umkreis Wiedekings einige seiner "Unterstützer" durch Mitdenken viel an der "Unterstützung" verdienen durften. Wer aber relativ austauschbar einfach nur Weisungen umsetzt, kann nunmal nicht erwarten, ebenfalls so viel zu verdienen wie Wiedeking, auch wenn er nach seiner subjektiven Vorstellung weniger "fachbeschränkt" ist. Übrigens haben noch irgendwelche "Fachbeschränkten" dem Herrn Wiedeking mal ein Bundestverdienstkreuz verliehen.

fernetpunker hat gesagt…

Wer sollte sich denn über die scheinbare Unangemessenheit des Vorstandsgehalt bei Porsche beschweren können, wenn nicht die Arbeitnehmer bei Porsche? Die tun aber genau das Gegenteil, wenn ich das richtig sehe. Es wird niemand daran gehindert so wie Wiedeking, Aktien von Porsche zu kaufen und so von der Vermögensmehrung zu profitieren. Dies sollte sowieso Pflicht für jeden Arbeitnehmer werden, sich am eigenen Unternehmer zu beteiligen. So wäre auch die Dichotomie zwischen Arbeit und Kapital aufgehoben. Mir kommen die Grabenkämpfe zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vor wie ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert. Das muss endlich ein Ende haben.

Anonym hat gesagt…

Tjaja, es ist halt einfacher zu jammern und zu lamentieren als sich darum zu kümmern, was Aktien sind und wie man Geld verdienen kann. Außerdem muss man ja vermeiden, zu "denen da oben" zu gehören, wenn man in der Kneipe weiterhin dazugehören will. Also heißt die Devise: Bloß keinen Erfolg haben! Dann bleibt die eigene Welt, wie sie ist und man sie kennt.

Im übrigen sollte m.E. nicht unterschlagen werden, dass nicht nur die bösen gierigen Porsche-Manager mehr Geld verdienen, sondern jeder einzelne Mitarbeiter schon Erfolgsbeteiligungen bekam (die über €3000 hinausgingen! Das ist mehr als ein Monatsgehalt bei den meisten. Einfach so oben drauf, weil es dem Laden gut geht.)

Folge: Konsequente Arbeiter und Bauern müssen nun auch auf die Genossen bei Porsche sauer sein, weil die es wagen, in einem erfolgreichen Unternehmen zu arbeiten. Diese Selbstbediener... ohne die Herr Wiedeking nichts wäre...

Da ist mir lieber, wenn die Leute wieder in ihre Trillerpfeifen pusten, anstatt solche Kommentare fernab jeder Sachkenntnis von sich zu geben.

Keep on reaching for that rainbow!!

 

kostenloser Counter