8. August 2008

Leipziger Rechtschreibung: Portmanaise

Ich habe hier Akten gegen einen Heranwachsenden, der in Leipzig wohnte und nach Schleswig-Holstein gezogen ist, wo er sein Erziehungsregister weiter mit Einträgen wie "Raub" und "räuberischer Erpressung" füllt. In Jugendsachen ist immer das Gericht örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Täter seinen Wohnsitz hat. Daher gingen die Akten nun an uns, §§ 42 Abs. 3, 108 Abs. 1 JGG.
Eben sah ich die Zeugenvernehmung der Leipziger Polizei durch und musste doch ein wenig schmunzeln, als ich las, der Zeuge habe dem Beschuldigten sein "Portmanaise" herausgeben müssen. Nachdem ich dieses Wort in der Zeugenvernehmung dann mehrfach in dieser Schreibweise fand, zweifelte ich fast schon an mir und dachte, dass es neben "Portmonee" und "Portemonnaie" vielleicht noch eine weitere Schreibweise gibt. Google fand 95 Einträge. Mein Duden kannte das Wort in dieser Schreibweise nicht.
Insofern muss es sich wohl um ein lokales (oder - zu Gunsten der Leipziger - um ein personales) Orthografie-Phänomen handeln.

Kommentare:

Peter Sansibar hat gesagt…

Der (mir bisher vollkommen unbekannte) Begriff wird gerne von Personen gebraucht, die "Doreen" heißen: http://www.webspace.de/forum/smalltalk/etwas-andere-finderlohn-7663.html

Honi soit qui mal y pense...

Vor einigen Jahren habe ich übrigens mal ein (eine?) Portmanaise gefunden und im Fundbüro abgegeben. Der Mitarbeiter hat bei der Aufnahme der Fundanzeige nach zwei vergeblichen Schreibversuchen dann aber doch den Fundgegenstand als "Geldbörse" bezeichnet. :)

Devox hat gesagt…

interessant, mir war bisher auch nur die schreibweise "portmanaise" bekannt. und ich wohne in rheinland pfalz.

 

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