31. August 2008

Pittiplatsch lässt Geld überweisen

Nach "Recherchen" des MDR überprüfen nur wenige Banken die Unterschriften auf Überweisungsanträgen und führen diese selbst dann aus, wenn der Antrag mit Wellenlinien oder Phantasienamen (bspw. Pittiplatsch) unterzeichnet ist.
Andrea Hoffmann von der Verbraucherzentrale Sachsen bemerkt dazu:
"Wenn die Unterschrift auf einem Überweisungsträger nicht die des Kunden ist, dann hat er auch keine wirksame Weisung erteilt."
Und ich dachte immer, seit 2002 sei die Überweisung keine Weisung (vgl. § 665 BGB) mehr, sondern ein eigenständiger Vertrag (§ 676a BGB)!?
Naja, vielleicht hat sich das noch nicht bis nach Sachsen herumgesprochen...

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt Interna ausspreche: Ich habe vor ca. 10 Jahren mal ein Schulpraktikum bei einer Sparkasse gemacht und die Überweisungen sortiert. Wir sollten nur gucken, OB eine Unterschrift drauf ist, diese kontrollieren mussten wir erst ab einem Betrag von 2000 DM. Schätze mal das wird heute ähnlich sein. Allerdings, wer überweist noch per Überweisungsträger? Und im Streitfall kann man doch ganz einfach nachweisen, dass die Unterschrift falsch ist und bekommt von der Bank sein Geld zurück.
Also alles viel Lärm um nichts, und dass die Verbraucherzentralen und ihre "Rechtstipps" stets mit Vorsicht zu genießen sind, ist ja auch nichts neues.

Malte S. hat gesagt…

Vielleicht hat er auch keine Weisung i.S.d. § 665 gemeint, sondern den Begriff Weisung allgemeiner gehalten. Es kommt ja hier auch aufs Selber heraus, da bei fehlender echter Unterschrift jedenfalls ein Rückforderungsanspruch gegen die ausführende Bank besteht.

Peter Sansibar hat gesagt…

@ Anonym
In der Tat: Eine Kontrolle der Unterschriften auf den Überweisungsbelegen (womöglich durch Vergleich mit der hinterlegten Original-Unterschrift) steht vom Aufwand her in keinem Verhältnis zu dem Nutzen (jedenfalls bei rel. kleinen Beträgen). Ich halte das auch für legitim, weil die Banken das Risiko in solch evidenten Fällen ohnehin letztlich selbst tragen.
Ansonsten müssten die Kosten auf die Kunden abgewälzt werden und dann wäre das Gejammere auch wieder groß.
Naja, vielleicht könnte die Commerzbank eine solche Kontrolle in den nächsten Wochen noch bewerkstelligen. Immerhin haben die nun...naja...Überkapazitäten...

Anonym hat gesagt…

Ich konnte neulich in der Deutschen Bank OHNE Ausweis vorzuzeigen, nur durch Unterschriftsvergleich, mehrere 1000 € in Cash vom Geschäftskonto abheben.

Ich meinte: "Hey, das ist viel Geld, wie machen Sie das denn sicher, wenn Sie nichtmal einen Ausweis sehen wollen?"

"Hohooohoooooohoooo", meinte sie, "Da können wir ganz sicher gehen", huiuiui.

"Wie denn, jetzt bin ich aber gespannt!"

"Wir haben Ihre Unterschrift auf dem Monitor."

Na toll.

Wie krass ist das??? Wenn einer von mir eine Rechnung mit einer Unterschrift bekommt, hat er alles, was er braucht: KtoNr, BLZ und meine Unterschrift kann er einen Tag lang üben und am nächsten 10.000 € abheben!

Anonym hat gesagt…

Das ist doch ganz normal! Dafür ist doch die Unterschrift auf der Karte gedacht. Wenn ich im Geschäft einkaufe will auch keiner meinen Ausweis sehen.
Wie gesagt, im Missbrauchsfall kann im Zweifel ein Gutachter feststellen, dass die Unterschrift nur nachgemacht ist, dann zahlt die Bank. Also: so what?!

Desperado hat gesagt…

Mag ja sein, dass das normal ist, aber ehrlich gesagt habe ich auch Bedenken, dass ein Gutachter wirklich die Echtheit einer Unterschrift kontrollieren kann. Man kennt es doch von sich selbst, dass je nach Tagesform und Eile die Unterschrift auch mal etwas anders aussehen kann als auf der EC-Karte. Und ich kenne Leute, bei denen die Unterschrift auf der EC-Karte völlig anders aussieht als ihre derzeitige Unterschrift.

Vielleicht mag sich hier mal ein Graphologe in die Diskussion einschalten? ;)

 

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