30. September 2008

Gerichtsreport-Website aus Kiel: Kiel211

Da wir im Laufe der Zeit einige Kieler Stammleser gewinnen konnten, möchte ich hier einmal auf einen interessanten Gerichtsreport-Blog namens "Kiel 211" aus Kiel hinweisen.

In der Kommentarfunktion unterhalb eines von mir im März verfassten Posts zu der Tötung auf der letztjährigen Kieler Woche meldete sich der Initiator des von mir empfohlenen Blogs kürzlichst zu Wort, um darauf hinzuweisen, dass der BGH mittlerweile über dieses KielerWoche-"Ereignis" entschied. Dabei verlinkte er auch den Beschluss des BGH, der die gesamte Tat doch in einem etwas anderen Licht zeigt, als die Presse es uns damals ("Das hätte jeden von uns treffen können.") hatte weismachen wollen.

Heute nacht veröffentlichte Kiel211 dann einen umfangreichen Bericht über die Urteilsverkündung zum Kieler Schwestern-Mord (BWL-Studentin, ermordet vom Bruder), der zu einer Jugendstrafe von 8 Jahren führte. Der bloggende Gerichtsreporter arbeitet unglaublich akribisch und ich hoffe, dass er das Interesse an der Aufarbeitung der hiesigen Rechtsprechung nicht verliert.
Kiel211, mach so weiter!
An alle anderen: Schaut bei dem Kollegen doch einfach einmal vorbei.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schade nur, dass sein Impressum klemmt:

Die gesuchte Seite ist leider nicht mehr verfügbar. Sicher finden Sie die gewünschte Information über die Suchmaske. NewsHQ bittet um Entschuldigung für Ihre Mühen.

BN hat gesagt…

Ja Mensch, vielen Dank für das Lob und die Empfehlung, zudem aus berufenem Munde!

Obwohl selbst Student der Rechtswissenschaften habe ich mich mit Start meines Blogs eigentlich nur den alltäglichen Newswürdigkeiten widmen wollen und mich ganz bewußt gegen die Blawgerei entschieden. Angesichts der vielen interessant, informativ und unterhaltsam geschriebenen Law&Order-Blogs in Deutschland, wollte ich mich nicht mit der Zurschaustellung meines Studi-Halbwissens blamieren.
Zu den Gerichtsreportagen kam ich eigentlich nur deshalb, weil mich die mangelnde bzw. unausführliche Medien-Berichterstattung in einigen konkreten Fällen ärgerte. Mit dem beginnenden "Kieler Woche"-Fall und dem Anstieg der Tötungsdelikte in der Kriminalstatistik 2007 beschloss ich dann, selbst von einigen Prozessen zu berichten, soweit es mir möglich war. Ziel war dabei, die Geschehnisse im Saal so realitätsnah wie möglich abzubilden. Das geht manchesmal auf Kosten der Brandaktualität, weil so 20 Din A4 Seiten Mitschreiberei nicht an einem Tag verarbeitet werden können, aber bisher hat sich noch keiner beschwert. ;-)

Bezüglich des Impressums, danke für den Hinweis an den Kommentator, das Problem ist hoffentlich behoben, hab im Backend nochmal kräftig gegen die Seite getreten, und dann ging es wieder. Woran das gelegen haben mag, keine Ahnung - Technik...

Beste Grüße,
Ruediger aka BN
NewsHQ / Kiel211

Desperado hat gesagt…

Ich freue mich, dass Du Dich hier zu Wort meldest, Rüdiger. Keine Sorge, es wird sich sicher weiterhin keiner wegen mangelnder Aktualität beschweren. Es ist einfach super, dass es da draußen überhaupt einen journalistisch interessierten Juristen gibt, der seine Freizeit derartig gestaltet und uns so gut informiert. Denn Du hast Recht: Die unausführliche (fast immer fehlerhafte!) Medienberichterstattung nervt ganz gewaltig. Unter Kieler Referendaren ist der Gerichtsreporter einer regionalen Zeitung besonders verschrien, der über Prozesse berichtet, denen er nicht einmal durchgehend beiwohnte. (Da fragt man sich: "Äh, waren wir in der selben Verhandlung?")

Vielleicht kannst Du Deine Dienste ja als Nebenjob einer Zeitung anbieten? Dann behalt Dir aber dennoch die parallele Veröffentlichung auf Kiel211 vor.

Hier noch einmal kurz zusammengefasst, was mir an Deinen Berichten gefällt: Sie sind sehr schön gegliedert, vermitteln einem ein Gefühl, dabei gewesen zu sein, setzen die richtigen Akzente und weisen dabei dennoch eine distanzierte Neutralität auf. Sie sind packend geschrieben, ohne dabei sensationslüstern zu sein.

Daher: Bitte weitermachen! ;)

BN hat gesagt…

Soweit es mir möglich ist, werde ich das sicher so fortführen, erst recht bei der Wertschätzung, ich ich dafür erfahre!

Natürlich wäre es eine Überlegung, für welches Organ auch immer zu schreiben: Ich bin durchaus für - natürlich nur gutbezahlte - Angebote offen ;-) Allerdings weiß ich weder, ob ich den mir dann auferlegten Fesseln gewachsen wäre, noch, was aus einer Beschäftigung so für Resentiments erwachsen können zwischen Journo und dann quereinsteigendem Blogger. Das ich von manchen wenn vielleicht auch nicht abschätzig, aber zumindest etwas argwöhnisch betrachtet werde, ist mir bewußt. Wissen die wohl, dass wie hier aus der Kieler Justiz heraus gebloggt wird? *g*

Andererseits bin von anderen "KollegInnen" der schreibenden Zunft bisher nahezu herzlich und auf Anhieb kollegial aufgenommen worden, was die Sache für mich nur noch dankbarer macht. Auch hat dieser Kontakt schon gewisse Einblicke in ihre Arbeit gebracht. Dass ich mir den Luxus erlauben kann, tatsächlich an (fast) jedem Verhandlungstag eines Verfahrens anwesend zu sein und in der Ausführlichkeit zu schreiben, ist vielen schon terminlich nicht möglich. Natürlich ist es fragwürdig, dass man über einen Prozess schreibt, wenn man nur Anklageerhebung und/oder Urteilsverkündung mitgemacht hat. Allerdings beschränkt sich der Inhalt der entsprechenden Artikel - schon der Zeilen- oder sonstigen Beschränkungen wegen - zumeist auch nur auf die entsprechenden Ergebnisse. Dagegen habe ich auch schon Magazin-Journalisten online mehrere Seiten lang über ein Verfahren stilistisch toll schwadronieren sehen, ohne auch nur einen Verhandlungstag annähernd konkret abzubilden - obwohl es dafür durchaus Stoff und offenbar auch den Platz gegeben hätte.

Aber so bleibt mehr Nische für mich übrig! *g*

Beste Grüße,
BN
Kiel211

 

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