28. Oktober 2008

Börsen-Wahnsinn könnte Niedersachsen reich machen!

Heute vormittag ist der Kurs der VW-Aktie über die 1000 Euro Marke gestiegen. Wer jetzt noch als Anleger Aktien hält ist entweder mutig oder dumm. Ausgenommen sind da natürlich Porsche und diejenigen, die sich verpflichtet haben, in Kürze VW-Papiere bereitzustellen.

Allerdings ist jetzt ein mutiges Handeln der niedersächsischen Landesregierung gefragt: das Land hält ca. 20 % der Anteile an VW. Dies sind ca. 60 Millionen VW-Stammaktien. Momentan könnten damit die Schulden des Landes von etwas über 50 Milliarden locker getilgt werden.

Natürlich wird bei einem Totalverkauf nicht dieser astronomische Kurs zu erzielen sein. Doch angesichts der Bestrebungen der EU, das VW-Gesetz endgültig zu Fall zu bringen und der Tatsache, dass nur ein schuldesfreies Land tatsächlich in der Lage ist, wirksame Strukturpolitik zu betreiben, ist jetzt der Zeitpunkt zum Rückzug des Landes gekommen. So gerät man auch nicht in Versuchung, eines Tages durch eine politisch erzwungene Sperrminorität unrentable Werke zu erhalten, was langfristig zu weniger Wohlstand führt.

Also Herr Wulff, falls Sie dies lesen, handeln Sie besser schnell!

Kommentare:

Bert hat gesagt…

Privatisierung um jeden Preis ist kein Allheilmittel, hier gibt es unzählige Beispiele.

Johnny Kuppler hat gesagt…

Stimmt, aus dem Bereich der Daseinsvorsorge sollte der Staat sich nur überlegt zurückziehen. Aber im vorliegenden Fall und den momentanen Kursen wäre ein Verkauf dringend anzuraten. Außerdem ist absehbar, dass der Landeseinfluss mit unverändertem Anteil schwinden wird.

Gabriel hat gesagt…

Man sollte nichts übereilen, verkaufen könnte man später immer noch und VW ist durch die große Kleinwagenpalette auch besser aufgestellt als die Luxuslimousinenproduzenten.

Johnny Kuppler hat gesagt…

Ich sage nicht, dass Niedersachsen jetzt aus Rache bei Porsche einsteigen soll ;-)

Aber realistisch ist für VW doch ein Kurs von 50 bis 80 Euro. Natürlich ist es für eine Regierungspartei schade, wenn man keinen altgedienten Parteifreund mehr in den Aufsichtsrat schicken kann, aber für das Land ist auf lange Sicht eine Trennung meines Erachtens vorteilhafter. Natürlich nur, wenn man davon ausgeht, dass politische Entscheidungen bei VW zwar kurzfristig Arbeitsplätze halten mögen, langfristig aber den Konzern schwächen und sich ins Gegenteil verkehren.

Gabriel hat gesagt…

"...langfristig aber den Konzern schwächen und sich ins Gegenteil verkehren." ...das halte ich für eine bloße Behauptung, denn trotz geringen staatlichen Einflusses hat sich VW jedenfalls nicht auf solch ein riskantes und wertvernichtendes Chrysler-Experiment wie Daimler eingelassen. Vielmehr steht der Konzern vielleicht auch aufgrund des staatliches Einflusses und der bodenständigen Konzernpolitik herausraged da.

Aber nun will ja erstmal Porsche seine Anteile an VW verkaufen, somit fallen die Werte wieder.

Und welche internationalen Investoren zu welcher Zeit mit welchen Zielen die Kurse in welche Richtung treiben bleibt dem uneingeweihten Normalbürger ohnehin verborgen.

 

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