20. November 2008

Bushido wegen Urheberrechtsverletzung verklagt

Der sogenannte "Gangster"-Rapper Bushido ist laut einer Nachricht von urheberrecht.org wegen einer schwerwiegenden Urheberrechtsverletzung verklagt worden. Er soll für insgesamt 16 Songs von der französischen Band Dark Sanctuary unerlaubt gesampelt haben. Nach BGH-Rechtsprechung ist schon die Übernahme kurzer Rhythmussequenzen urheberrechtswidrig, solange der übernehmende Künstler sich nicht auf § 24 Abs. 1 UrhG berufen kann.

Damit trifft eine hoffentlich saftige Pflicht zum Schadenersatz aufgrund einer Urheberrechtsverletzung den Richtigen. Nicht nur, weil Bushido damit endlich mal der Outlaw ist, der er sonst nur vorgibt zu sein, sondern weil er selbst massiv gegen Raubkopierer vorgeht. Da versteht der sonst so lockere Rapper nämlich keinen Spaß...

1 Kommentar:

Desperado hat gesagt…

Übrigens wurde der erste deutsche HipHop-Song damals auch torpediert. "Die da" von den Fanta4 enthält nämlich ein Sample, welches den ganzen Song ausmacht: "Right Down Here" von Asha Puthli. Die Fanta4 begannen erst und dachten, es merkt keiner, aber ein Redakteur einer Musikzeitschrift hat sie verpetzt.
Kulturhistorisch gesehen finde ich Samples im HipHop auch schwierig zu bewerten, denn diese ganze Musikrichtung entstand doch erst durch einfaches Soundsampling mit Kassettenrekordern. Aber wenn der gesamte Song auf einem Sample aufbaut oder sogar für 16 Tracks von der selben Band geklaut wurde, fällt mir die Bewertung dann auch leichter. Zumal es heutzutage doch auch für sog. "Gangsta"-Rapper völlig normal ist, die Samples lizenzieren zu lassen. Interessant, dass es bei uns nun gerade Bushido trifft, der sein eigenes Urheberrecht für besonders schützenswert hält.

 

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