5. November 2008

Die Achse des Guten

Heute hörte ich im Rahmen des Referendariats von einem Fall, der mich wieder an das Gute im Menschen glauben lässt. Eine ältere Dame hat ein so stark ausgeprägtes Helfersyndrom, dass sie mittlerweile unter Betreuung gestellt werden musste. U.a. steckte sie mehreren fremden Leuten in ihrem Heimatdorf hohe Summen Geld in den Briefkasten. Teilweise waren das 10.000,- Euro. Und das, obwohl sie zu diesen Personen keinen Kontakt hatte.

Doch nicht sie ist der Grund, der in meinen Augen das Licht des Guten auf einen Teil der Menschheit wirft, zumal sie derartige Taten auf Grund ihrer Krankheit ausführte. Begeistert hat mich vielmehr das Verhalten der Beschenkten. Denn obwohl man als "Herr des Briefkastens" wohl mindestens von der Herrenlosigkeit des Geldes ausgehen durfte, brachte der überwiegende Teil der Beschenkten dieses Geld zum örtlichen Fundbüro.

Das beweist:
"Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange,
ist sich des rechten Weges wohl bewusst."

Johann Wolfgang von Goethe, Faust I,
Prolog im Himmel, Vers 328 f.

Kommentare:

Der_Rufer hat gesagt…

Da den Empfängern aber wohl der Mangel des rechtlichen Grundes für ihre plötzliche Bereicherung bekannt war - Geld wächst nicht so einfach im Briefkasten - hätte der Betreuer sonst das Geld sowieso zurückfordern können.

Desperado hat gesagt…

Dafür hätte der (erst auf Grund der Erkenntnisse durch die Fundbüro-Spur bestellte) Betreuer aber wissen müssen, DASS das Geld in Briefkästen gesteckt wurde und vor allem, in WELCHE Briefkästen es gesteckt wurde.

Es gab dennoch Leute, die das Geld behalten haben. DAS Geld ist futsch.

 

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