10. Dezember 2008

Die Abmahnung, die erst später teuer wurde

Heute bin ich über eine Akte gestolpert, in der ein Unternehmen einen Mitbewerber abmahnte, der bei ebay eine im Verbrauchsgüterkauf nicht zulässige Klausel stehen hatte. Nach dem Motto "Hier kocht der Chef noch selbst!" hat das abmahnende Unternehmen keinen Anwalt eingeschaltet, sondern tatsächlich selbst abgemahnt. Beigefügt war - wie üblich - eine strafbewehrte Unterlassungserklärung, in der sich der Abgemahnte auch zur Zahlung der durch die Abmahnung enstandenen Kosten verpflichtet. Diese waren mangels eines Anwalts lächerlich gering und betrugen irgendwas um die 20 Euro.

Trotzdem wollte der Mitbewerber die Abmahnung nicht auf sich sitzen lassen und ging zum Anwalt. Das Schreiben dieses Anwalts hat die bisherigen Abmahnkosten dank der übertriebenen Auslegung des Grundsatzes "In der Kürze liegt die Würze!" in seiner Lächerlichkeit noch überboten. Innerhalb nicht einmal einer halben Seite schrieb der besagte Anwalt, dass "die Abmahnung unsubstantiiert" sei, ließ eine Begründung dieser Behauptung oder etwaige Gegenargumente jedoch vorsichtshalber weg. Stattdessen legte er seinem Mandanten schon einmal eine Vorschussrechnung von ca. 780 Euro bei.

Halleluja! Damit wurden die ursprünglichen Kosten um satte 3900% erhöht!

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