18. Dezember 2008

Internationale Wirtschaftskanzlei: Jetzt auch im Tierrecht?

Obwohl ich meine Zivilstation am Amtsgericht absolviere, da die Chance auf zu schreibende Urteile anstelle von Voten größer ist, stolperte ich in einem aktuellen Rechtsstreit über Schriftsätze einer großen und international tätigen Wirtschaftskanzlei. Das verwundert schon deswegen, weil der Streitwert am Amtsgericht nur in Ausnahmefällen 5000,- Euro übersteigt.

Auch in diesem Fall liegt der Streitwert deutlich tiefer: Es geht um Gewährleistungsansprüche beim Hundekauf. Das hat mich schon in der Sache ein weiteres Mal verwundert. Wieso muss sich solch eine Kanzlei nun mit einem Hund herumschlagen? Den unterzeichnenden Partner(!) der Schriftsätze kannte ich namentlich auch noch von einer Nebentätigkeit in einer anderen Kanzlei, in der dieser als eine "Koryphäe des Gesellschaftsrechts" angesehen wird.

Die Fragezeichen in meinem Schädel lösten sich in Luft auf, als ich den Eigentümer des Hundes einmal googlete: Er ist Manager eines größeren Wirtschaftsunternehmens.

Offensichtlich ist sein Vertrauen in die sonst so erfolgreich für ihn tätige Kanzlei dermaßen hoch, dass er niemandem sonst die Verantwortung über Fiffi (Anm. d. Autors: Name frei erfunden) anvertrauen kann. Und offensichtlich bringt sein Unternehmen der Kanzlei so viel ein, dass sie ihm den Wunsch nach einer Annahme dieses Mandats nicht abschlagen wollten/konnten.

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