8. Dezember 2008

"Kautionsguthaben!? Sind Sie sicher???"

Vor einiger Zeit bin ich umgezogen.
Die Hausverwaltung ist berühmt und berüchtigt für ihre Praxis, (unberechtigte) Schadensersatzforderungen in immenser Höhe mit der Kaution aufzurechnen. Liebenswerterweise wird auf die Restforderung wegen des "guten Mietverhältnisses" verzichtet. Von soviel Altruismus überwältigt, ist der zumeist studentische Mieter dankbar, "so günstig" davongekommen zu sein und lässt die Sache auf sich beruhen. Einträgliches Geschäftsmodell.

Da ich vor dem Umzug darauf vorbereitet war, habe ich die Wohnung penibelst auf Vordermann gebracht und in einem Top-Zustand übergeben. Es hat sich gelohnt. Vor wenigen Tagen erhielt ich die Abrechnung, die mir ein Kautionsguthaben bescheinigt. In demselben Schreiben bat man mich um Mitteilung, auf welches Konto das Guthaben ausgekehrt werden solle.

Ich rief also die Hausverwaltung an und wollte um Überweisung des Betrages auf das aktenkundige Konto bitten.
Die Dame am Telefon war jedoch total überrascht und fassungslos:
"Sind Sie sich wirklich sicher, dass Sie ein Guthaben haben? Sie bekommen Geld von uns? Das steht so in unserer Abrechnung? Wirklich?!?!"
Entlarvend.

Kommentare:

Desperado hat gesagt…

Jo, das freut mich für Dich, dass es so gut lief. Dann kann ich die Beweisfotos jetzt wohl vernichten? ;-)
In der Tat entlarvend, die Reaktion der Telefonistin.

fernetpunker hat gesagt…

In Häusern hoher Fluktuation wie Studentenwohnheimen lohnt sich das besonders - ich kenne das. Meistens sind die Schönheitsreparaturklauseln nichtig, sodass Streit mit mietrechtlich bewanderten Jurastudenten vorprogrammiert ist.

Lieblingsmieter hat gesagt…

Einfach die letzten Monate keine Miete zahlen, die Kaution "abwohnen" und gut is.

Malte S. hat gesagt…

Ach, das hiesige Studentenwerk besteht auf diversen Verwaltungsgebühren ohne die Rechtsgrundlage vorweisen zu können. Im Vertrag haben sie ein völlig freies, einseitiges Leistungsbestimmungsrecht für die Miethöhe eingebaut.
Keine der Schadensersatzklauseln erlaubt den Beweis eines geringeren Schadens...
Aber ein oder zwei private Anbieter sind tatsächlich noch schlimmer.

 

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