31. Januar 2009

Schlechte Zeiten für JC Flowers - und Kommentatoren des FMStG

Das Bundesministerium der Finanzen hat einen Entwurf erarbeitet, mit dem das erst kürzlich verabschiedete Finanzmarktstabilisierungsgesetz geändert werden soll.

Ziel der Änderung ist es u.a., eine Möglichkeit zu schaffen, Anteilseigner von Banken zu enteignen und Banken zu verstaatlichen. Im Auge hat man dabei insbesondere die Hypo Real Estate und deren Großaktionär (24,9 %), JC Flowers. Dieser Investor hatte im letzten Jahr noch 22,50 € pro Aktie gezahlt - der gestrige Schlusskurs in Frankfurt lag bei 1,28 €. Eine Entschädigung (siehe Art. 14 III GG) dürfte "immerhin" noch bei ca. 1,50 €/Aktie liegen.

Zwar stößt dieser Entwurf bisher nach Berichten noch auf Widerstand in der CDU, doch dürfte eine entsprechende Änderung nicht nur bei JC Flowers, sondern auch bei den Verfassern eines Kommentars zum FMStG (und deren Mitarbeitern...) für erhöhte Betriebsamkeit sorgen.

30. Januar 2009

Sinn der Anschnallpflicht

Hier sieht man einen Dummy während eines Crashtests bei 30(!) km/h ohne angelegten Gurt. Die Bilder sollten wirklich jeden Gurtmuffel wachrütteln.

Aber Menschen mit Hirn werden sich wohl ohnehin freiwillig anschnallen. Und zwar nicht nur wegen § 21a StVO, sondern auch, um den eigenen Körper im Ur-Zustand zu belassen. Nur kommt es oft vor, dass auch diese Menschen sich erst während des Anfahrens anschnallen. Und vielleicht werden dann auch diese Menschen von dem verlinkten Video wachgerüttelt, wenn sie entdecken, wie 30 km/h im Falle eines Crashs aussehen.

Edit:
Da das Video von SpiegelOnline nicht mehr verfügbar ist, hier eine Alternative mit verschiedenen Crashvariationen und interessantem Text.

Der Starpraktikant

Ich erhielt vorgestern eine Mail eines internationalen Praktikums-Vermittlers. Unter anderem enthielt diese Mail folgenden Inhalt.

"[...] Diesmal suchen wir zusammen mit Tresor TV Fotografenassistenten, passionierte Hobbyfotografen oder solche die es unbedingt werden moechten - fuer ein Praktikum bei dem Starfotografen Roger Moenks in New York (zu seinen Kunden gehoeren GQ, Cosmopolitan, Mossimo, Sony, Ritz Carlton und viele mehr!). Begleitet werdet Ihr von einem Team von Tresor TV, die Euren Alltag und Eure Abenteuer im Big Apple dokumentieren. Eine bessere Chance gibt es nicht!

Rahmendaten:
Flug, Unterkunft und Verpflegung werden gezahlt. BewerberInnen sollten zwischen 19 und 29 Jahre alt sein, egal ob maennlich oder weiblich. Drehzeit wird voraussichtlich zwischen dem 13. und 22. Februar 2009 sein. Drehort ist New York City! Das Praktikum kann ggfs. nach Drehschluss verlaengert werden. Jetzt Bewerbungsunterlagen downloaden ([...]), ausfuellen und mit Foto an die dort angegebene Adresse mailen!"

Hm, in der Tat habe ich als amitionierter Hobby-Fotograf schon öfter darüber nachgedacht, mal ein Praktikum bei einem Profi zu machen. Dann gleich bei so einem Star? Die Chance sollte man sich nicht entgehen lassen. Der einzige aus der Mail ersichtliche Haken: Wenn man genommen werden würde, wäre ein Film-Team dabei.
Kurz abgewogen: Ich wäre in einer Doku zu sehen, die kein Mensch schauen wird; die übernehmen die Reisekosten; ich kann den Aufenthalt nutzen, um nach einem Platz für die Wahlstation des Referendariats zu suchen, indem ich bei diversen New Yorker Unternehmen persönlich vorstellig werde.

Ok, den Haken würde ich womöglich in Kauf nehmen. So ein Praktikum bei einem Superfotografen? Terminlich würde es passen. Meinen Urlaub verbrate ich gerne in der nächste Woche beginnenden Verwaltungsstation.
Mal die Unterlagen anschauen, die man ausfüllen müsste.
Ah ja, ein paar Fragen machen Sinn: "Welche Interessen hast Du?", "Welche Erfahrungen hast Du im Bereich Fotografie bereits gesammelt?", "Was bedeutet Dir Fotografie?", "Welche Fotografen magst Du? Warum?"
Andere Fragen wiederum klingen verdächtig: "Was würdest Du dafür tun, Starpraktikant zu werden?", "Was könnte Dich davon abhalten?"

Dass man am Ende des Vertrags alle Persönlichkeits- und sonstigen Rechte abgibt, klar, wen wundert's. Aber die Fragen waren so merkwürdig, obwohl die Mail nicht verdächtig klang. Also mal den Starpraktikanten gegoogled. Ich stieß auf diese Seite des Fernsehsenders VOX:

"[...] Sie wollen nach ganz oben – und müssen ganz unten anfangen. Jeweils drei junge Menschen kämpfen in „Der Starpraktikant“ um einen Praktikumsplatz in einer weltbekannten Firma wie z.B. dem Modelabel „Ed Hardy“ in L.A.. Sieben Tage haben sie Zeit, ihren Arbeitgeber in spe von sich zu überzeugen. Keine leichte Aufgabe, denn die Ansprüche sind hoch und die Konkurrenz schläft nicht. [...]"

Nee, also das ist mir dann doch zu blöde. Ich dachte, das sei eine normale Doku? Vielleicht sowas wie "Die Auswanderer" oder wie diese Sendungen heißen? Mit zwei anderen Leuten blöde Aufgaben ableisten? Nö, nicht mein Ding. Das riecht zu sehr nach "Dschungelcamp".

29. Januar 2009

Abwrack-Prämie führt zu Trägheit unter den Händlern

Meine Freundin hat sich über die ARGE hinweggesetzt und ist zu ihrem Probearbeitstag gegangen. Das führte zur Unterzeichnung des Arbeitsvertrags. Nun benötigt sie ein Auto, weil die Bus-Verbindung zur neuen Arbeitsstelle von uns aus katastrophal ist und die Entfernung für das Fahrrad einen Tick zu weit.

Als wir verschiedene Autohäuser aufsuchten, um uns einfach mal für einen Überblick in diverse Fahrzeuge zu setzen, stellten wir schnell fest, dass die Abwrack-Präme wohl für zu viele Verkäufe sorgte. Die Verkäufer machten den Eindruck, sie hätten ihre Quote für dieses Jahr schon erfüllt, denn sie unterhielten sich lieber anstatt auf interessierte Kunden zuzugehen. Das finde ich im Prinzip in Ordnung, da man ja als Kunde nicht sofort mit jedem Verkäufer ein tiefgehendes Gespräch anfangen möchte. Aber verkaufstaktisch ist es trotzdem unklug.

Bei einem Autohändler kam dann tatsächlich ein Verkäufer an und fragte, ob er uns helfen könnte. Ich sagte ihm, wir würden gerne einfach mal ein paar Wagen probesitzen. Das von mir gerade getestete Auto sei nicht so optimal, weil ich trotz ganz zurückgestelltem Sitz nicht bequem sitzen könne. Er hätte nun sagen können: "Ja, Sie sind recht groß, aber wir haben hier ein anderes passendes Auto." (Abgesehen davon, dass der Wagen nicht für mich sein soll.) Stattdessen sagte er: "Über Platz hat sich noch keiner beschwert." Das hilft doch nicht weiter?

Bei einem anderen Autohändler habe ich telefonisch eine Probefahrt vereinbart. Nach der Probefahrt machte der Verkäufer keine Anstalten zu einem Verkaufsgespräch. Also fragte ich, ob er uns mal ein paar Gebrauchtwagen aus dem Verkaufspool suchen könne. Darauf er: "Nee, kann ich nicht. Wir haben nichts mehr. Alles weg. Die Abwrack-Prämie." Gut, das macht für uns die Qual der Wahl zwischen mehreren Fahrzeugen leichter. Wir haben nichts zum Abwracken, also hätte er auch einen Wagen älter als 12 Monate raussuchen können und sollen. (Die Preisklasse ist sowieso eingeschränkt. Nur dank Finanzierungshilfe der Eltern ist ein Kauf überhaupt möglich.) Aber da er von alleine nicht darauf kam, sind wir dann gegangen.

Ohnehin erstaunt mich der Erfolg der Abwrack-Prämie. Wenn man einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung hat, bekommt man für den doch noch Geld auf dem freien Markt? Bei einem Verkaufswert von 1.500 Euro bekommt man also im Prinzip "nur" 1.000 Euro hinzu. Und die hätte man doch noch aushandeln können?

Zudem glaube ich, dass viele Käufer, die eh den Kauf eines Autos planten, den Kauf dieses Jahr wegen der Abwrack-Prämie einfach vorzogen. Es würde mich nicht wundern, wenn auf die Prämie noch ein großes Loch folgt.

27. Januar 2009

Hartz IV Satz für Kinder muss erhöht werden

Das Bundessozialgericht hält den derzeitigen Hartz IV Satz für Kinder für verfassungswidrig und wird die entsprechenden Regeln dem BVerfG nach Art. 100 GG vorlegen.
Wir meinen: Nach anfänglicher Skepsis hat uns diese Werbung von der Notwendigkeit einer Erhöhung überzeugt.

Hitler führte Zivilprozess - und unterlag

25. Januar 2009

Kommilitonen in Uniform

Nirgendwo sonst ist der Begriff "Kommilitone" wohl so treffend wie an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und der Universität der Bundeswehr in München.

Spiegel Online berichtet in einem lesenswerten Artikel über die Lage einiger Studenten an diesen Hochschulen der Bundeswehr - ein Leben zwischen AudiMax und Hindukusch.
Mögen alle Studenten und sonstigen Angehörigen der Bundeswehr ihre Auslandseinsätze unbeschadet überstehen.

Allerdings, lieber Herr Stawski, heißt es "Offizieranwärter" - ohne jegliches Fugen-s.

Es menschelt bei der StA

Ein weiser Mann, der sich in Fragen der Arbeitswelt ebenso auskennnt wie in Fragen der Liebe, wird nicht müde, vor einem Vermischen dieser beiden Welten zu warnen.

Wie sehr berufliche Abhängigkeitsverhältnisse die ohnehin schwierige Anbahnungsphase einer Beziehung noch verkomplizieren können, lässt sich an dieser Forumsdiskussion ablesen, in der eine Referendarin bei der StA erzählt, wie sie sich in den sie ausbildenden OStA verliebte und wie die Geschichte sich dann weiter entwickelt hat. Ihre Schilderung der sich abwechselnden Glücksmomente und Seelenqualen ist dabei so echt, so plastisch, dass man als Leser geradezu mitfiebert - vor allem, wenn man im Referendariat bereits die Staatsanwaltsstation durchlaufen hat und sich die Szenerie zwischen Kaffeeautomaten, aktenbockschiebenden Wachtmeistern und nach Putzmittel riechenden, neonlichtbeschienenen Korridoren bildlich vorstellen kann. Es ist eine wirklich gute "human-interest-stoty", und die Protagonistin hat meine volle Sympathie!

Manchmal musste ich wegen ihres "herzigen" Vorgehens aber auch Schmunzeln. Was mag der gestandene OStA gedacht haben, als er einen Keks in Herzform oder einen Liebesbrief in Form einer Abschlussverfügung erhalten hat?

[Vgl. weiterführend hierzu refblog.de]

24. Januar 2009

Verlust der Mietwohnung durch die ARGE

Nachdem ich vor kurzem eine Episode aus dem Alltag der ARGE erzählte, der sich durch einige Leser weitere Episoden in den Kommentaren anschlossen, erzählte ein Anwalt am Ende einer gestrigen mündlichen Verhandlung zufällig eine weitere erschütternde Geschichte.

Ein Mandant dieses Anwalts kam in eine finanzielle Notsituation, die u.a. die Zahlung des Mietzinses für seine Mietwohnung verhinderte. So kam es also zur außerordenlichen fristlosen Kündigung durch den Vermieter, § 543 Abs. 2 Nr. 3 a). Die ARGE, die die finanzielle Notsituation ohnehin längst hätte ausgleichen sollen, erklärte daraufhin, die Mietrückstände und die folgenden Mietzahlungen zu übernehmen. Eine solche Übernahmeerklärung macht die Kündigung gemäß § 569 Abs. 3 Nr. 2 S. 1 BGB unwirksam.

Damit war die Wohnung zunächst gerettet und ich wäre glücklich, wenn die Erzählung der Geschichte an dieser Stelle beendet werden könnte. Leider zahlte die ARGE dann aber trotz der Übernahmeerklärung nicht. Es häuften sich also weitere erhebliche Mietrückstände an, die den Vermieter letztendlich dazu zwangen, eine erneute Kündigung auszuprechen. Ein weiteres Mal erklärte die ARGE sich zur Übernahme der Mietrückstände bereit, doch war dies nicht mehr möglich, was sie eigentlich hätte wissen müssen. Verhindert wurde dieser untaugliche Rettungsversuch nämlich durch § 569 Abs. 3 Nr. 2 S. 2 BGB.

Es war ganz einfach alles zu spät. Der Mandant erklärte seinem Anwalt verzweifelt: "Was soll ich machen? Ich stehe jeden Tag vor meinem Sachbearbeiter, aber nichts passiert."

Ein weiteres Beispiel für die Inkompetenz der ARGE. Was mich als Außenstehenden enttäuscht: Eigentlich arbeiten doch auch in derartigen Behörden Menschen. Fehlt diesen Leuten einfach die Empathie, sich in die eigene "Kundschaft" hineinzuversetzen? Wenn der Verlust der Wohnung droht, muss man vielleicht einfach mal einen Zahn zulegen. Vielleicht wäre es auch möglich, gegebenenfalls auf die dritte Kaffeepause des Tages zu verzichten?

23. Januar 2009

Amazon-Unterhändler im Konflikt mit Gesetz und Ordnung

Mein Bruder hat sich einen bestimmten DVD-Player ausgesucht, den bei Amazon nur ein Unterhändler auf Lager hatte. Der Player wurde bestellt und es tat sich --Kunstpause-- nichts.

Von einem Anruf beim Händler schreckte ab, dass dieser nur eine 0900er-Nummer angab, die einen Euro pro Minute kosten sollte. Auf Nachfrage per Mail hieß es nur, die Lieferung sei unterwegs. Das Geld hingegen war schon kurz nach der Bestellung längst vom Konto abgebucht.

Ein paar Tage später kam der Player dann an. Naja, nicht DER Player, sondern IRGENDEIN Player. Zwar die gleiche Marke, aber ein anderes Modell. Die Verpackung war geöffnet, der Player eingestaubt, die Bedienungsanleitung nur in Kopie beigelegt. Erschütternd vor allem dann, wenn man für teures Geld einen hochklassigen HighEnd-Player gekauft hat und eben kein Standardgerät, aber auch sonst eine echte Frechtheit. Es fordert dem werten Leser kein großes Geschick für Ratespiele ab, sich zu denken, dass mein Bruder den Player zurückschickt. Die Bewertung für diesen Amazon-Shop wird vernichtend ausfallen, Amazon wird informiert werden.

Den Hauptknüller fand ich aber, dass dieser Händler einen Standardzettel beigelegt hat, der sinngemäß folgenden Inhalt hat:
Positive Bewertungen lohnen sich. Wenn Sie uns auf der Homepage von Amazon positiv bewerten, erhalten Sie einen Gutschein in Höhe von 20,- Euro für ihren nächsten Einkauf.
Hm, das ist ja eigentlich nicht der Sinn solch eines Bewertungssystems? Positive Bewertungen soll man doch nur abgeben, wenn man wirklich zufrieden ist? Das riecht doch irgendwie nach der Generalklausel aus § 4 Nr. 1 3. Alt. UWG.

22. Januar 2009

HipHop als Gewürz des Rechts

DPMS INFO war ein wenig schneller, diesen SpOn-Artikel als Blogbeitrag zu verarbeiten, aber ich möchte dennoch zusätzlich auf dieses Musikvideo vom rappenden Prof. Berger zu § 823 BGB hinweisen, um zur Popularität des Songs beizutragen. Die langen "lines" unterstützen den "flow" des Beats, keine Frage. Schade, dass erst ein Paragraph gerappt wurde. Die Ankündigung eines gerappten § 929 klingt ja eigentlich nicht so spannend, aber man darf gespannt sein.

DPMS INFO verweist außerdem auf die Musikvideos von Juraclips. In der Tat bringt auch diese Mucke die Knie zum Wackeln. Instinktiv sucht man die eigene Umgebung nach brennenden Mülltonnen ab, wenn sich der treibende Beat seinen Weg durch die Gehörgänge bahnt: "Anspruch entstanden, Anspruch untergegangen, Anspruch durchsetzbar." Auch cool sein MedienrechtsBasics-Rap: "Immer nah an der Norm ist die Subsumtion."

"Jura mit Unterhaltungswert", das weckt doch irgendwie Erinnerungen an die Trierer Weinversteigerung von Tele-Jura. Und, endlich verfilmt: Das Salatblatt. Besonders lobenswert ist, dass sich das Team nicht zu schade für den Kalauer "Besser arm dran als Arm ab." ist.

21. Januar 2009

Arbeitsverhinderungsmaßnahmen der ARGE

Die Devise der ARGE lautet wohl "Probleme schaffen, nicht wegschaffen", so wie ein bekannter Repetitor es seinen Jurastudenten einhämmert. Meine Freundin ist seit Dezember fertige Zahnärztin. Nun steht die zweijährige Assistenzzeit an. Heute wurde sie (nach einem eigenen Anruf zwecks Initiativbewerbung) spontan zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Es lief recht gut und sie soll morgen mal einen Probe-Arbeitstag ableisten.
Tjaaaa, Problem: Sie hätte morgen um 9.30 Uhr einen Termin bei der ARGE, soll aber schon um 8 Uhr arbeiten. Also rief sie bei der ARGE an, dass sie deren Dienste womöglich bald nicht mehr in Anspruch nimmt (Geld kam aber ohnehin noch nicht...), da sie morgen schon zu einem Probe-Arbeitstag eingeladen wurde. Und was sagen die ihr? Sie müsste erst einen Antrag bei der ARGE stellen, dass sie diesen Probe-Arbeitstag ableisten darf. Das klappt aber keinesfalls mehr bis morgen. Klar, man kennt ja die Bürokratie.

Einem potentiellen Arbeitgeber will man aber auch ungern absagen, also wurde telefonisch weiter diskutiert, dass doch so ein Arbeitstag sehr sinnvoll sei, um seine Qualitäten zu präsentieren. Einwand der ARGE: "Nein, nein, das könnte ja auch Schwarzarbeit sein." Hm, würde man das dann der ARGE melden? Außerdem ist der Probetag unentgeltlich. Nun hofft meine Freundin auf den Großmut des Staates, denn die Sachbearbeiterin sagte, sie wüsste nicht, ob das klar geht, doch müssen sie es dann jetzt halt ausprobieren.

Da fällt einem doch nichts mehr zu ein? Da kümmert sich jemand freiwillig um Arbeit. Und die ARGE, die doch den beruflichen Werdegang gerade unterstützen soll, legt einem Steine in den Weg. Mal abwarten, ob hier noch eine Sanktion folgt, wenn morgen frecherweise einfach gearbeitet wird.

Zur Bürokratie der ARGE muss ich noch nachtragen, dass meine Freundin schon mehrere Gesprächstermine bei denen hatte. Doch jedes Mal, wenn sie dachte "Nun gerät der Stein ins rollen. Nun haben sie wohl alles,was sie wollen." fällt denen noch irgendein weiterer Nachweis ein, der erbracht werden muss. Das könnte man schön verhindern, indem man zu Beginn ein Formular bekommt, welche Unterlagen vorgelegt werden müssen. Stattdessen erfährt sie die zu erbringenden Unterlagen immer erst im Gespräch.

Spiegel Online über zulässige Vernehmungsmethoden

Das Lesen von spiegel-online ist immer wieder interessant.
So wird der Leser in einem Artikel über den sog. "Holzklotz-Mord" mit der Information versorgt, der Angeklagte "musste nicht mit Vorhalten á la 'Wir wissen, dass du der Täter bist, es gibt Zeugen dafür, hör' auf zu lügen!' eingeschüchtert werden." Er habe vielmehr plötzlich gesagt, er sei es gewesen, der den Holzklotz auf das Auto habe fallenlassen.

Ich nehme nicht an, daß spiegel-online damit meint, dies seien die sonst üblichen Vernehmungsmethoden der zuständigen Kriminalpolizei in Niedersachsen. Oder überhaupt zulässige Vernehmungsmethoden. Insoweit wird auf § 136a StPO verwiesen. Die bewußt wahrheitswidrig Aussage, es sei anderes Beweismittel vorhanden oder es läge eine erdrückende Beweiskette vor, stellt eine verbotene Täuschung über tatsächliche Umstände dar. Diese ist eines Rechtsstaats unwürdig und führt schon nach dem Gesetz zu einem ausdrücklichen Verwertungsverbot. Insbesondere liegt dabei keine zulässige "kriminalistische List" vor! Selbiges gilt übrigens für die leider immer wieder vorkommende Belehrung des Beschuldigten (!) bei der Polizei, er habe hier die Wahrheit zu sagen.

15. Januar 2009

Stress-Indikator

Mit diesem Test kann man innerhalb einer Minute überprüfen, ob es mal wieder Zeit für eine Pause ist. (Anstelle des dort anzuklickenden Links kann man auch tiefer scrollen, um das dazugehörige Bild zu sehen.)

14. Januar 2009

Auf den Spuren Bernhard Schlinks...

...wandelt ein Professor für Praktische Theologie.
Ob auch sein Buch eines Tages von Hollywood verfilmt werden wird?

13. Januar 2009

Die Polizei als willfähriger Vollstrecker der Islamisten

Soeben las ich einen Artikel über den Einsatz der Polizei während einer Demonstration in Duisburg. Der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein Milli Görüs hatte zur Kundgebung gegen Israel anläßlich des Krieges im Gaza-Steifen geladen.

Die Polizeibeamten drangen gewaltsam in eine Wohnung an der Demonstrationsstrecke ein, um unter Gejohle der Masse eine Israelflagge zu entfernen. Dass so etwas in Deutschland möglich ist, hätte ich nicht erwartet. Ich muss ehrlich sagen, ich bin schwer empört!!

Motown-Podcast

Motown, eines der wichtigsten Platten-Label in der Geschichte der Musik, wird 50 Jahre alt. (EinesTages berichtet.) Leider ist das in die Jahre gekommene Label schon lange nicht mehr eigenständig und gehört heute der Universal Music Group. Dennoch können die Fans den runden Geburtstag zeitgemäß mitfeiern, indem sie die den Motown-Podcast zum Jubiläum abonnieren.

Motown brachte in heute kaum noch vorstellbarer Aufbauarbeit Künstler hervor, die die Musikgeschichte einschneidend veränderten: Die Temptations, die Four Tops, die Supremes (inkl. Diana Ross natürlich), Marvin Gaye, Stevie Wonder, Michael Jackson u.v.a.
Die Arbeit im 24-Std-am-Tag-geöffneten Studio darf beinahe als Fließbandarbeit bezeichnet werden. Um den Weißen die Musik der Schwarzen näher zu bringen, wurden den jungen schwarzen Talenten aus den armen Arbeitervierteln sogar Benimmkurse auferlegt, wodurch die Vorurteile der Weißen im Keim erstickt werden sollten.

7. Januar 2009

Ratespiel: Welchen Prominenten zeigt dieses Polizeifoto?

Tipp: Es ist nicht Hulk Hogan, auch nicht seine dralle Tochter! Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, und die betreffen nicht nur die Haarfarbe. Das Foto stammt aus den 1980er Jahren, wie sich unschwer erkennen lässt. Die Antworten ggf. als Kommentar posten - oder einfach in der Browserleiste nachlesen, wer's ist... :o)


Quelle: thesmokinggun.com

Im Namen des Deutschen Volkes! Das Sondergericht Kiel, Justizalltag im "Dritten Reich"

Zwei erschüttende Urteile des Sondergerichts Kiel aus den Jahren 1943 und 1944 stellt Klaus-Detlev Godau-Schüttke hier sehr anschaulich dar und gibt entscheidende Hintergrundinformationen, etwa darüber, dass von den 22 Nazi-Richtern und Staatsanwälten des Sondergerichts Kiel, die nach 1945 wieder zur Verfügung standen – die übrigen waren im Krieg gefallen oder hatten das Pensionsalter erreicht – bis einschließlich 1951 wieder 21 in den Justizdienst eingestellt wurden...
 

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