15. März 2009

Konversation auf englisch

Andere Länder andere Sitten. In diesem vor knapp 2 Jahren erschienenen Artikel aus der Süddeutschen werden 10 Gebote zur englischen Konversation mit auf den Weg gegeben, die dem einen oder anderen Referendar für die Wahlstation nützlich sein könnten.

Gegen die "Unwritten Rule Numer One" (Vornamen benutzen!) habe ich aus deutscher Unsicherheit schon einmal verstoßen, obwohl ich sonst (gerade in der Musikbranche) sehr schnell und schmerzfrei Leute duze. Der Kontaktpartner auf der anderen Seite des großen Teichs ist Vize-Präsident eines der wichtigsten Unternehmen der Musikbranche und in einer Bewerbung für die Wahlstation per Mail kann ich ihn doch unmöglich mit dem Vornamen ansprechen? Also enthielt meine erste Zeile ein "Mr. ...", naja. Weiß aber ohnehin nicht genau, ob man die Vornamen-Regel auch auf den Schriftverkehr übertragen kann. Vielleicht liest hier ein auslandserfahrener Leser (bestenfalls Ex-Referendar) mit, der seine Meinung hierzu abgeben kann?

Am Telefon fiel es mir aber tatsächlich leicht, die Leute mit Vornamen anzusprechen, da sie sich schon mit "This is Danny" o.ä. melden.

Auch sehr, sehr lesenswert (und sehr humorvoll!) ist der Artikel eines Blogs mit dem Titel "Warum Amerikaner (Briten, Kanadier) nicht sagen, was sie meinen."

Kommentare:

Johnny Kuppler hat gesagt…

Klasse verlinkter Blogbeitrag! :-)

studiosus juris hat gesagt…

Hm, hatten wir hier nicht neulich eine Unterhaltung über US-Fernsehserien und deren verzerrte Wirkung auf deutsche Zuschauen?

Mir fällt gerade ein: Boston Legal.

Eine große Anwaltskanzlei, in der sich die Partner untereinander immer mit "Mr. XY" ansprechen.
Ich frage mich, warum?

Desperado hat gesagt…

@stud.iur.: Möglicherweise ist das ja auch ein Beispiel für die verzerrte Wirkung auf deutsche Zuschauer, weil vielleicht einfach falsch synchronisiert wurde? Hatte das schonmal erlebt, dass durch die Übersetzung in einer TV-Serie eine Verwandte gesiezt wurde, nur weil das Verwandschaftsverhältnis in der Folge zufällig nicht erklärt wurde.

Peter Sansibar hat gesagt…

Und die Handakte greift den älteren SZ-Artikel heute auch noch einmal auf: http://log.handakte.de/16771/zehn-gebote-fur-die-konversation-auf-englisch-2/

Copy&paste an die Macht!

Desperado hat gesagt…

Krass, Peter, das darf doch nicht wahr sein!? Die kopieren sogar etwas, wenn schon im anderen Blog darüber berichtet wurde und obwohl der SZ-Artikel 2 Jahre alt ist? Naja, wenigstens lesen die also auch bei StattAller mit. ;)

Anonym hat gesagt…

Nun, es gibt verschiedene Stufen für ein Anschreiben (wie bei uns ja auch): formal, less formal und informal und natürlich auch noch Nuancen dazwischen.
Für den Erst-Kontakt zu einem Vice President würde ich auf jeden Fall formal wählen. Dazu gehören standardisierte Anrede- und Schlussfloskeln und auch der Mr.

ElGraf hat gesagt…

Beim ersten schriftlichen (m.E. auch E-Mail) Kontakt Mr., dann wird der Gesprächspartner mit Vornamen anreden und "unterschreiben" und ab dann ist Vornamen wählen angesagt.

Desperado hat gesagt…

Vielen Dank an den Anonymus und den Grafen für die Hinweise. War meine deutsche Unsicherheit ja doch berechtigt. ;)

 

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