30. April 2009

Identität des Zodiac-Killers geklärt?

SpiegelOnline berichtet davon, dass sich eine Frau als Tochter des als "Zodiac-Killer" bekannten Mörders ausgibt und damit naturgemäß zur Klärung der Identität des Zodiac-Killers beiträgt.

Zodiac tötete Ende der 60er und in den 70ern einige Menschen in Kalifornien und kontaktierte zuvor jeweils den San Francisco Chronicle, dem er auch verschlüsselte Botschaften übermittelte, die angeblich seine Identität hätten verraten können. Geknackt wurde jedoch nur die erste Botschaft, interessanterweise von einem Chronicle-Leser und seiner Frau, dem Lehrer Donald Harden.

Die Mordserie des Zodiac war immer wieder in Hollywood- und TV-Produktionen thematisiert worden. Einem jüngeren Publikum wurde die Geschichte zuletzt 2007 in der sehr guten Verfilmung "Zodiac - Die Spur des Killers" von David Fincher bekannt gemacht. Der Film hinterlässt im Abspann leider den Eindruck, dass der ehemals Hauptverdächtige Arthur Leigh Allen tatsächlich der Zodiac war, da es nach seinem Tod zu keinen weiteren Vorfällen mehr kam. Dabei zeigte eine 2002 vorgenommene DNA-Analyse, dass er nicht mehr als Täter in Betracht kommt.

Sehr interessant ist übrigens die website zodiackiller.com, wenn man gerade unmittelbar vorher die Fincher-Verfilmung gesehen hat.

26. April 2009

Tipps für den DS-2019-Umgang (als Vorstufe zum J-1 Visum) bei Wahlstation in den USA

Nachdem ich vor kurzem erste Tipps für das Referendariat im Ausland gab, kann ich nun schon von ersten Visum-Erfahrungen berichten, die anderen Referendaren weiterhelfen könnten.

Und zwar ist der Antrag des Visums aufzuteilen, da es für Referendare kein B-1 Visum mehr gibt, sondern nur noch das J-1 Visum, wie schon 2007 unsere geschätzten Kollegen bei Jurabilis berichteten. Bevor man das J-1 Visum beim zuständigen US-Konsulat (für Schleswig-Holstein ist das Berlin) beantragen kann, muss man nämlich zunächst das DS-2019-Formular beantragen, was man nur bei bestimmten "Legal Sponsors" machen kann, die das US Department of State hierzu befugt hat.

Vorweg möchte ich allen (künftigen?) Referendaren Mut aussprechen. Vielleicht klingt die Beantragung des DS-2019-Formulars hier in den ersten Zeilen noch aussichtsloser als sie ist. Man kann sich durch den Papierkram durchaus durchkämpfen. Und auch die geforderten Nachweise bekommt man immer irgendwie organisiert, denke ich.

Durch den DS-2019-Antrag soll der Antragsteller zeigen, dass er es verdient hat, ein Praktikum in den USA zu absolvieren und auf jeden Fall wieder abreisen wird. Man muss ein umfangreiches Formular ausfüllen und gemeinsam mit zwei Praktikumszeugnissen (z.B. Stationszeugnisse, alternativ gehen auch Empfehlungsschreiben eines Profs), dem Nachweis über den Referendarsstatus, einer Kopie des Reisepasses, einer Einzugsermächtigung für die Kosten (hierzu sogleich), einem Motivationsschreiben(!), einem Nachweis über Englischkenntnisse und einem Nachweis über die finanzielle Absicherung in einer Datei zusenden oder ausnahmsweise faxen. Vor(!) diesem Schritt hat man übrigens bereits die Teilnahme an dem Antragsverfahren zu beantragen, was bei meinem "Legal Sponsor" durch die Einreichung zweier Lebensläufe (einen auf deutsch und einen auf englisch) sowie die Praktikumsbestätigung geschah. In dem Nachweis über die finanzielle Absicherung muss man versichern, dass man mindestens $ 1.500,- monatlich zur Verfügung hat. Dazu muss dem Antragsteller in der Wahlstation entweder ein entsprechendes Gehalt gezahlt werden (was eher selten der Fall ist) oder er besorgt sich eine Bestätigung der Bank. Am einfachsten ist es für die meisten vermutlich, die Eltern bürgen zu lassen. Dafür gibt es einen entsprechenden zu unterschreibenden Vordruck.

Ich empfehle als "Legal Sponsor" ganz ausdrücklich die German American Chamber of Commerce in New York. Dort spricht man deutsch und weiß, was ein Rechtsreferendar ist. Als eben erwähnten Nachweis für die Englischkenntnisse reicht anstelle des TOEFL-Tests gegebenenfalls ein telefonischer Englisch-Test mit einer/m Mitarbeiter/in. Der Service der GACC-NY ist unglaublich. Als ich zu Beginn meine beiden Lebensläufe hinschickte, erhielt ich nur einige Stunden später bereits alle erforderlichen Unterlagen für den weiteren Ablauf. Als ich hierzu kurze Fragen per Mail stellte, klingelte zwei Minuten später mein Handy, um die Fragen schnell telefonisch zu klären. Als ich kürzlich das 17-Seiten-PDF an meine Mitarbeiterin versandte, klingelte bereits vier Stunden später wiederum mein Handy, dass alles in Ordnung sei und nun meine Gastfirma am Zug ist. (Hierzu auch sogleich.)

So, nun zum besonders unangenehmen Teil, nämlich zu den Kosten: Das Visum ist insgesamt leider recht teuer. Das DS-2019 kostet bei der GACC (andere Anbieter sind preislich auch auf der Höhe) $ 500,-, aber da man eine Versicherung für die Zeit benötigt, die man mitbuchen kann, kommen noch einmal $ 240,- hinzu. Später im zweiten Schritt kommt noch eine sog. SEVIS-Gebühr in Höhe von $ 180,- hinzu. Da es sich hierbei im Prinzip um eine Software-Gebühr handelt, finde ich diese Kosten besonders ärgerlich. Das Konsulat berechnet dann für die Ausstellung des Visums noch einmal ca. 90 Euro.

Unter meinen letzten Auslandsartikel hat der StattAller-Leser "Dante" dankenswerterweise den Tipp gegeben, alle Belege für die Kosten des Referendariats im Ausland aufzuheben und später als Werbungskosten in der Steuererklärung einzusetzen. So kann man die Kosten langfristig gesehen vielleicht wieder ausgleichen.

Das Problem an dem DS-2019-Formular ist jedoch nicht nur der Preis, sondern auch die Tatsache, dass der "Host Company" Arbeit auferlegt wird, was manchmal laut website der GACC zu Absagen führen kann. Ich habe den Ansprechpartner in meiner Wahlstation von Beginn an vorgewarnt, dass auf ihn noch Arbeit bzgl. meines Visums zukommen wird und mich mehrfach dafür entschuldigt und mitgeteilt, wie sehr ich die Mühen zu schätzen weiß. Das ist sicherlich der beste Weg, um Überraschungen wie einer plötzlichen Absage vorzubeugen. Mein Ansprechpartner schrieb mir letztens daraufhin netterweise: "We’re happy to complete whatever paperwork is necessary." Das war schon sehr beruhigend. Der Papierkram besteht für die "Host Company" vor allem aus einem ausführlichen "Training Plan" (DS-7002-Formular) und diverser Angaben zum eigenen Unternehmen. Voraussetzung ist, dass die Host Company mindestens fünf Festangestellte hat. Wenn sie weniger als 3 Mio Dollar Jahresumsatz vorweisen kann ODER weniger als 25 Festangestellte hat, kommt außerdem noch ein Besuch der "Host Company" durch einen Mitarbeiter des "Legal Sponsors" hinzu.

Wer in eine Großkanzlei möchte, kann übrigens darauf hoffen, dass diese von dem DS-2019-Erfordernis befreit wurde. Alternativ ist es durchaus auch möglich, dass diese sich an den Kosten beteiligt. Dazu kann ich aber keine Angaben machen, da ich meine Wahlstation in einem Unternehmen absolviere.

So, ich hoffe, dass ich meinen Kollegen da draußen, die irgendwann auch ins Ausland wollen, einmal einen groben Überblick als ersten Eindruck bieten konnte und drücke ihnen die Daumen. Im Falle weiterer Fragen helfen auch die FAQs der GACC weiter. Und wenn es so weit ist, sind die Mitarbeiter der GACC in New York ebenfalls extrem hilfsbereit, wie ich schon andeutete.

21. April 2009

Jürgen Klinsmann darf am Kreuz bleiben

Wie das LG München in einem meines Erachtens erstklassigem Beschluss entschieden hat, hat Jürgen Klinsmann keinen Unterlassungsanspruch gegen die TAZ. Der genaue Text des Beschusses findet sich unter:

http://www.eisenberg-koenig.de/entscheidung.php?rek=Klinsmann-Satire_der_Osterausgabe_der_taz_bleibt_zugänglich&id=108

Meines Erachtens ist die Entscheidung richtig. Klinsmann verdient mit öffentlicher Inszenierung seiner Person und seiner Fähirgkeiten als Trainer eine Riesensumme Geld. Und wo war seine religiöse Zurückhaltung, als er Buddha-Figuren auf dem Trainsingsgelände aufstellte?

Coldplay vs. Joe Satriani

Coldplay sollen ihren Hit "Viva la vida" in beträchtlichem Maße von Joe Satriani, dem Ex-Gitarrenlehrer von Kirk Hammett (Metallica), abgekupfert haben, so berichtet der Art Lawyer. Der streitgegenständliche Ursprungssong von Satriani ist "If I could fly".

Dank YouTube kann sich jeder selbst ein Bild von diesem mutmaßlichen geistigen Diebstahl machen:
Für musikalische Laien ist dieser Direktvergleich beider Songs in Kurzfassung sehr nützlich.
Profis mögen sich an einer geradezu wissenschaftlichen Abhandlung erfreuen, die sich hier (Teil 1) und hier (Teil 2) findet. Besonders interessant und auch für Laien verständlich ist Teil 2 ab ca.4:00Min.

Wer nun (zu Recht) nach Anhören des kompletten Satriani-Songs begeistert vom Stuhl aufspringt und sich entzückt verneigt, dem könnte ich noch eine bittere Pille des Neids zu schlucken geben: Ich hatte das unglaubliche Glück, Joe Satriani Ende der 90er zusammen mit seinem anderen nicht minder begabten Ex-Schüler Steve Vai live zu sehen. Drei Konzerte an einem Abend: Erst spielte Joe, dann Steve, dann beide gemeinsam. Das war ein Knüller!

15. April 2009

"Nicht hinter allem, was böse aussieht, steckt der Staat"

Theodor Reppe, Inhaber der Domain "Wikileaks.de", im Interview mit gulli.com.

Schlechte Zeiten für Verschwörungstheoretiker.

14. April 2009

"Sperrung von Wikileaks.de": Much Ado About Nothing?

Wie groß war die Aufregung, als am letzten Donnerstag "urplötzlich" (?) und "ohne Vorwarnung" (?) die Domain "Wikileaks.de" nicht mehr abrufbar war. Die Gründe dafür lagen zunächst völlig im Dunkeln.
"Zensur!" schrien die einen (und halten gar eine Verwicklung des BND für möglich Vieles für denkbar). Die anderen sahen chinesische Verhältnisse einkehren. Und Heise.de machte das, was sie am besten können: Kommentatoren eine Plattform bieten.

Nun äußern sich die unmittelbar Beteiligten:
Der Provider hat angeblich bereits im Dezember eine Kündigung des Vertrages mit dem Inhaber der Domain "Wikileaks.de" mit Wirkung zum 30. März 2009 ausgesprochen.
Der Domain-Inhaber hingegen weiß angeblich von nichts. Eine "versuchte Auflösung" des Vertrages hingegen wird bestätigt; allerdings verstoße der Provider gegen mündliche Abreden.

Wir sind gespannt zu erfahren, welcher der Beteiligten ein falsches Spiel spielt. Bis dahin ist eines sicher: Gute Zeiten für Verschwörungstheoretiker.

10. April 2009

New York vs. Darmstadt

Auf Grund meiner Wahlstation ist meine Freundin leicht besorgt, dies könnte ein Anstoß für späteres Herumgereise zum Nachteil der Familie sein. Dabei entspann sich folgender kurzer Dialog:

- "Nicht, dass Du zu so einem Jetsetter wirst."
"Nein, das vermutlich nicht, aber man kann in der Musikbranche auch nicht ausschließen, dass es vielleicht mal z.B. nach New York geht."
- "Na gut, ok, Papa musste auch mal nach Darmstadt."

Puh, hätten wir das also geklärt.

8. April 2009

Erste Tipps für das Referendariat im Ausland

Ich mache auf dem Weg zu meiner Auslands-Wahlstation gerade Erfahrungen, die vielleicht auch dem ein oder anderen am Ausland interessierten zukünftigen Referendar nützen könnten. Daher möchte ich sie an dieser Stelle einmal weitergeben. Die treuen Hardcore-StattAller-Leser haben es schon in unserem Twitter gesehen: Ich habe voller Freude und nach langem Kampf kürzlich die Zusage eines New Yorker Musikunternehmens erhalten. Die nächste Stufe wird das Visum sein. Sicher gibt es auch dazu in den nächsten Wochen berichtenswertes, aber zunächst einmal die bisherigen Erfahrungen.

Es sollte selbstverständlich sein, aber auch ich habe mich zu Beginn des Referendariats nicht daran gehalten und mich sehr auf ein bestimmtes Unternehmen fixiert: Streut Eure Bewerbungen! Insbesondere Unternehmen wissen gar nicht, was das Referendariat ist und reagieren oftmals einfach gar nicht, selbst wenn man gewichtige Networking-Kontakte zwischenschaltet. Habe die Bewerbungen zum Ende hin dann auf viele Unternehmen verteilt und erhielt die Zusage nun von einem Unternehmen, bei dem ich in der Bewerbung echt bei Null anfangen musste.

Wer in eine US-Kanzlei möchte, dem sei die Deutsch-Amerikanische Juristen-Vereinigung ans Herz gelegt, die gegen eine geringe Gebühr oder eine Mitgliedschaft Kontakte herstellt.

Der Lebenslauf muss für das jeweilige Land angepasst werden und sollte keinesfalls nur 1:1 übersetzt werden. Die Amis wollen z.B. nicht wissen, wann man geboren wurde und ob man verheiratet ist. Ein Foto ist ebenfalls fehl am Platz. Absolut üblich ist ein Rückwärts-Aufbau im Lebenslauf, was sich bei uns ja mittlerweile auch durchsetzt. Dabei steht aber anders als bei uns nicht die Ausbildung im Vordergrund, sondern die Erfahrungen. Jeder ausgeübten Tätigkeit könnte z.B. ein "Activities and responsibilities:" hinzugefügt werden, wobei ein paar beispielhafte Tätigkeitsbereiche aufgelistet werden. (So habe ich es zumindest gelöst.) Insgesamt empfehle ich sehr, sich für den Lebenslauf viel Zeit zu nehmen und Google zu bemühen. In den USA heißt der Lebenslauf übrigens "Résumé", in UK heißt er "Curriculum Vitae" ("CV").

Im Anschreiben (USA: "cover letter", UK: "covering letter") setzt man hinter die Anrede (zumindest in den USA) kein Komma, sondern einen Doppelpunkt.

Auch eine andere Sache funktioniert im Anschreiben ganz anders, was ich nur durch die Bewerbungsvoraussetzungen der Unternehmen auf deren websites herausfand und daher zu Anfang falsch machte: Die Unternehmen interessiert, welche beruflichen Ziele man hat und warum gerade das "internship" im angeschriebenen Unternehmen einem helfen kann, diese Ziele zu erreichen. Meiner Meinung nach sollte man diesbezüglich nicht kleckern, sondern klotzen! Das ist natürlich sehr ungewohnt, da es in Deutschland eher andersherum läuft: Hier erklärt man eher, warum man für das Unternehmen so unglaublich wichtig sei. (Was nicht bedeutet, dass das im Ausland völlig fehl am Platz ist.)

Nach einem Bewerbungsgespräch (oftmals ein "phone interview" wegen der räumlichen Distanz) ist es in den USA üblich, binnen sehr kurzer Zeit (höchstens 24 Stunden) einen "thank you letter"/"follow up letter" an den Gesprächspartner zu versenden. Man bedankt sich für das Gespräch und die investierte Zeit und preist sich noch einmal über den grünen Klee an. Auch hierzu sollte man Google bemühen.

Hilfreich für sämtlichen Schriftverkehr im Zusammenhang mit Bewerbungen ist z.B. die Jobsearch-Seite von about.com mit vielen Vorschlägen und Tipps. Generell löste ich es aber so, dass ich zunächst allein die Schreiben fertigte und dann erst nach Tipps schaute, um Verbesserungen einzubauen. Anderenfalls verhindert man Kreativität und läuft Gefahr, ein Standardschreiben anzufertigen.

Bei Vokabel-Fragen und teilweise auch Formulierungsfragen helfen leo.org und dict.cc. Letzteres kann meiner Meinung nach ein bißchen mehr punkten, aber man sollte in wichtigen Dingen vielleicht ruhig beide Seiten bemühen und sich selbst ein Bild machen.

Übrigens gibt es keine vernünftige Übersetzung für das Referendariat. Da Referendare aber eine Art Praktikum absolvieren, beließ ich es oft einfach beim "internship", erklärte aber, dass dies ein Teil des "post graduate judicial clerkship" ist. Diese Übersetzung fand ich noch am besten, weil sie zeigt, dass man schon einen Abschluss hat. Zusätzlich erklärte ich, dass es sich hierbei um ein "academic program" handelt, welches "internship experience" erfordert. Man kann die Begriffe für das Referendariat auch ein wenig mischen. Dann können die sich selbst ihren Teil denken, was man aus deren Sicht ist. Gängig unter Deutschen ist z.B. auch noch das "legal clerkship" als Übersetzung, Referendare werden von Deutschen außerdem als "junior lawyer" übersetzt.

Oft helfen bei Fragen auch die "International Center" der deutschen Unis weiter. In Kiel haben wir sowas zumindest. Hier in Kiel haben wir auch die extrem hilfreiche Amerika-Gesellschaft mit einer gut sortierten Bibliothek und hilfsbereiten Mitarbeitern. Kieler Referendare sollten diese Bibliothek als erste Amtshandlung auf dem Weg in die Wahlstations-Vorbereitung unbedingt nutzen, wenn sie in die USA möchten! Habe die Bibliothek selbst erst wenige Stunden vor der Anfrage nach einem "phone interview" entdeckt. Aber je früher, desto besser! Dort gibt es nämlich auch Literatur zu Bewerbungsgesprächen.

Meine Tipps erheben keinen Anspruch darauf, vollständig zu sein oder das Non-plus-ultra darzustellen, aber bei mir hat es letztendlich mit einer Zusage zumindest schon einmal geklappt. Die Tipps sollen vor allem auch als Inspiration für die eigenen Bemühungen dienen. Weitere Tipps und Hinweise werden über die Kommentierungsfunktion gerne entgegen genommen.

1. April 2009

Der Test: MP3-Kauf bei Amazon

Heute eröffnet auch Amazon Deutschland einen MP3-Shop, den es bei Amazon USA schon ein paar Monate gibt. Die Lieder werden DRM-frei verkauft. Das ist gut so, denn sonst könnte man die Titel nur auf bestimmten PCs abspielen und als Daten-CD im Auto teilweise sogar gar nicht. Dass die Musikindustrie sich von DRM verabschieden muss, um gegenüber den illegalen Angeboten konkurrenzfähig zu sein, war eigentlich schon lange klar, aber diese Branche ist auch für ihre Trägheit bekannt.

Ich habe den neuen Shop gerade einmal getestet. Schon lange wollte ich das Album "The Two Sides Of Mary Wells" erwerben, aber bei einem Preis von EUR 19,99 konnte ich mich für dieses 33-Minuten-Album bisher nicht erwärmen. Doch ab heute verkauft Amazon auch die MP3-Version zum Preis von EUR 9,99. Endlich konnte ich zuschlagen.

Der Kauf läuft problemlos. Man legt das MP3-Album ganz normal in den Einkaufswagen, wie man es von Amazon gewohnt ist. Wenn man dann zur Kasse geht, wird man aufgefordert, ein kleines Programm zu installieren, mit welchem der Download getätigt wird. Der Download-Ordner ist standardmäßig unter EigeneDateien/EigeneMusik/AmazonMP3, kann aber unter "Datei/Einstellungen/Musikverzeichnis ändern" geändert werden.

Interessiert hat mich auch, was passiert, wenn beim Download die Internetverbindung abbricht. Mein W-LAN ließ mich nicht im Stich und gab beim Download des letzten Titels den Geist auf. Die Download-Software registriert dies und bietet für die betroffenen Titel den erneuten Download an.

Nicht so gut gefällt mir, dass sich beim Download automatisch iTunes öffnet, weil das heruntergeladene Album in dessen Medienbibliothek aufgenommen werden soll. Aber auch das kann man in den Einstellungen des Programms (s.o.) ändern. Als Medienplayer am PC ist für mich ohnehin WinAmp ungeschlagen und das wird auch sicher so bleiben. iTunes habe ich nur auf dem PC, um den iPod mit Hörbüchern im Spezialformat zu füttern. (Variable Abspielgeschwindigkeit und Lesezeichen sind einfach super.)

Die Qualität der Amazon-MP3s beträgt 256 kbps, die ID-Tags sind sauber sortiert und enthalten sogar alle das Album-Cover. Genau so, wie man es sich wünscht:

Zum Abschluss noch ein Seitenhieb an die Musikindustrie, auch wenn ich sie mir nach wie vor als zukünftigen Arbeitgeber erhoffe: Auf das Album der Motown-Künstlerin Mary Wells bin ich schon vor längerer Zeit durch das personalisierte web-Radio Pandora gestoßen. Der dort entdeckte Titel "My World Is Empty Without You Babe" hat mich sofort gefesselt. Pandora wurde kausal für meinen heutigen MP3-Album-Kauf! Leider ist Pandora z.Zt. nur noch in den USA zu hören. Die Verwertungsgesellschaften der anderen Länder haben dazwischen gehauen. Es ist manchmal ganz vorteilhaft, dass es in den USA konkurrierende Verwertungsgesellschaften gibt, während die GEMA bei uns z.B. eine faktische Monopolstellung besitzt.
 

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