1. April 2009

Der Test: MP3-Kauf bei Amazon

Heute eröffnet auch Amazon Deutschland einen MP3-Shop, den es bei Amazon USA schon ein paar Monate gibt. Die Lieder werden DRM-frei verkauft. Das ist gut so, denn sonst könnte man die Titel nur auf bestimmten PCs abspielen und als Daten-CD im Auto teilweise sogar gar nicht. Dass die Musikindustrie sich von DRM verabschieden muss, um gegenüber den illegalen Angeboten konkurrenzfähig zu sein, war eigentlich schon lange klar, aber diese Branche ist auch für ihre Trägheit bekannt.

Ich habe den neuen Shop gerade einmal getestet. Schon lange wollte ich das Album "The Two Sides Of Mary Wells" erwerben, aber bei einem Preis von EUR 19,99 konnte ich mich für dieses 33-Minuten-Album bisher nicht erwärmen. Doch ab heute verkauft Amazon auch die MP3-Version zum Preis von EUR 9,99. Endlich konnte ich zuschlagen.

Der Kauf läuft problemlos. Man legt das MP3-Album ganz normal in den Einkaufswagen, wie man es von Amazon gewohnt ist. Wenn man dann zur Kasse geht, wird man aufgefordert, ein kleines Programm zu installieren, mit welchem der Download getätigt wird. Der Download-Ordner ist standardmäßig unter EigeneDateien/EigeneMusik/AmazonMP3, kann aber unter "Datei/Einstellungen/Musikverzeichnis ändern" geändert werden.

Interessiert hat mich auch, was passiert, wenn beim Download die Internetverbindung abbricht. Mein W-LAN ließ mich nicht im Stich und gab beim Download des letzten Titels den Geist auf. Die Download-Software registriert dies und bietet für die betroffenen Titel den erneuten Download an.

Nicht so gut gefällt mir, dass sich beim Download automatisch iTunes öffnet, weil das heruntergeladene Album in dessen Medienbibliothek aufgenommen werden soll. Aber auch das kann man in den Einstellungen des Programms (s.o.) ändern. Als Medienplayer am PC ist für mich ohnehin WinAmp ungeschlagen und das wird auch sicher so bleiben. iTunes habe ich nur auf dem PC, um den iPod mit Hörbüchern im Spezialformat zu füttern. (Variable Abspielgeschwindigkeit und Lesezeichen sind einfach super.)

Die Qualität der Amazon-MP3s beträgt 256 kbps, die ID-Tags sind sauber sortiert und enthalten sogar alle das Album-Cover. Genau so, wie man es sich wünscht:

Zum Abschluss noch ein Seitenhieb an die Musikindustrie, auch wenn ich sie mir nach wie vor als zukünftigen Arbeitgeber erhoffe: Auf das Album der Motown-Künstlerin Mary Wells bin ich schon vor längerer Zeit durch das personalisierte web-Radio Pandora gestoßen. Der dort entdeckte Titel "My World Is Empty Without You Babe" hat mich sofort gefesselt. Pandora wurde kausal für meinen heutigen MP3-Album-Kauf! Leider ist Pandora z.Zt. nur noch in den USA zu hören. Die Verwertungsgesellschaften der anderen Länder haben dazwischen gehauen. Es ist manchmal ganz vorteilhaft, dass es in den USA konkurrierende Verwertungsgesellschaften gibt, während die GEMA bei uns z.B. eine faktische Monopolstellung besitzt.

Kommentare:

Rantanplan hat gesagt…

Ich habe heute auch den amazon-Test gewagt. Im Gegensatz zum Musikdownload bei Saturn hat alles ohne Fehlermeldungen und doppelten Kreitkartenbuchungen geklappt. Der 600 MB große Download ging trotz des heutigen early-adopters Ansturms zackig für einen DSL 2000 Anschluss über die Bühne.
Den schlanken amazon-Musikdownloader finde ich angenehmer als den zip-Download bei Saturn. Nur schade, dass der Downloader (noch?) keine Integrations-/Importfunktionen für den Winamp kennt, sondern nur für den MS Mediaplayer.

Desperado hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele, Rantanplan! Ein automatischer Import in die Medienbibliothek von Winamp wäre schon genial. Naja, muss man das halt vorerst(?) von Hand machen. Ingesamt fand ich aber auch, dass die Übertragung gut flutschte.

Huckup hat gesagt…

Hallo Leute,
da kann man nur neidisch werden wie schön das alles bei euch klappt.
Eure Porbleme hätte ich gerne.
Leider gibt es in Deutschland noch einige DSL Lücken im Landkreis Delmenhorst müssen wir noch bis 2010 auf DSL warten :-(

Desperado hat gesagt…

Da würde ich einfach wegziehen. ;-)

 

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