17. Juli 2009

Lebensgefahr auch im Anwaltsberuf

Meine Anwaltsstation absolviere ich in einer Kanzlei, deren Büroräume sich auf alle Stockwerke eines sehr schön alten Hauses im Jugendstil erstrecken. Das "Wand-an-Wand" angrenzende Haus ist eine Total-Baustelle, es wird zur Zeit komplett entkernt und restauriert. Das kann schon mal tierisch nerven, wenn man in einem Büro arbeitet, dessen Wand direkt an dieses Gebäude angrenzt und genau an dieser Wand mit einer Art Presslufthammer o.ä. gearbeitet wird. Ich löse das Problem in diesen Fällen mit meinem iPod, auch wenn es natürlich doof wirkt, wenn ein Referendar sich erstmal Kopfhörer aus den Ohren ziehen muss, falls einer der Anwälte den Raum betritt.

Einer der Associates aus dem Dachgeschoss wollte das Problem anders lösen und fragte einen der Seniorpartner, ob er in das z.Zt. freie Zimmer im Erdgeschoss umziehen könne. Der wiederum entgegnete, das ganze sei doch nicht so schlimm und andere müssten das auch aushalten. (Hinweis: Das Büro des Partners ist nicht an der direkt angrenzenden Wand.) Er ließ sich dann aber darauf ein, den Associate in sein Büro zu begleiten, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Kurz bevor die beiden das Problemzimmer erreichten, krachte ein Schornstein von der benachbarten Baustelle durch die Dachluke vor den Schreibtisch und die Ziegel verteilten sich über den Fußboden. Was für ein Glück, dass niemand im Raum war. Der Associate meinte nur "Sehen Sie? Ich kann hier nicht arbeiten!" und bekam das Zimmer im Erdgeschoss zugewiesen.

Kommentare:

Brandmeister hat gesagt…

Ab Montag: Helmpflicht im Büro.

iniur hat gesagt…

Bloß nicht zu laut sagen - sonst landet man schnell in eine andere Risikogruppe der Berufsunfähigkeitsversicherung ;)

 

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