5. Februar 2010

Verkehrssicherungspflichten nicht für den Staat?

In Kiel werden gerade die Klausuren für das zweite Staatsexamen geschrieben. Wer in Kiel Referendariat macht(e), kennt die Räumlichkeiten im Hinterhof, die nur durch eine Kellertreppe zu erreichen sind, von den Übungsklausuren. Diese Treppe ist ziemlich steil und mit glitschigen ziegelroten Fliesen belegt.

Ich weiß nicht, wem das Gebäude gehört, aber irgendeine staatliche Institution wird es schon sein. Und falls nicht, dann wird der Vermieter den Winterdienst doch sicher auf den Staat als Mieter abgewälzt haben? Jedenfalls sind diese Fliesen zur Zeit a*schglatt voller Eis oder gefrorenem Schnee. Und jeden Morgen balancieren sich vierzig ohnehin schon ängstliche Referendare zum Ort der Vollstreckung unter Überwindung zusätzlicher Schwierigkeiten. Und jeden Morgen packt sich auch mindestens eine/r Referendar/in dank eines Bücherkoffers voller Kommentare und Gesetzestexten (alle sind jeden Tag mitzubringen, auch in fachfremden Fächern) bei diesem Gang zum Schafott auf die Fr*sse und wird von den Kollegen mit noch angsterfüllteren Augen aufgefangen. Da fragt man sich doch, was es mit den Verkehrssicherungspflichten auf sich hat? Oder ist das beabsichtigt? Reichen denn die geistig zu umschiffenden Klippen in den Klausursachverhalten als Schwierigkeiten für uns Leidensgenossen nicht aus?
 

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