5. März 2010

Fensterputzgesetz

Für Leute, die kuriose Gesetze sammeln, habe ich heute ein Schmankerl aus meiner Station in NYC anzubieten. Denn heute habe ich einmal etwas "off topic" einen Mietvertrag gecheckt. Die Mietverträge hier sind offensichtlich noch länger als unsere deutschen. Da wird alles mögliche bedacht, z.B. was mit den Mietern passiert, wenn der Vermieter enteignet wird. Die regeln auch, dass bei Gerichtsstreitigkeiten die unterliegende Partei zahlt, wozu bei uns ja kein Regelungsbedarf besteht.

Jedenfalls bin ich in diesem Zusammenhang über eine Klausel des Mietvertrags gestolpert, in der der Mieter ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es nach § 202 des "New York Labor Law" bei Gebäuden ab einer bestimmten Höhe verboten ist, die Fenster von außen zu putzen. Die Amis wollen halt nicht so gerne, dass die Leute beim Fensterputzen aus den Wolkenkratzern purzeln. (Mehr als 5.000 Häuser in Manhattan haben mehr als 15 Stockwerke.) Deswegen dürfen das nur Leute, die sich damit auskennen. Zum einen will man die Leute schützen, die gerne Fenster putzen würden, zum anderen aber auch die vorbeispazierende Bevölkerung.

Kommentare:

stiller Beobachter hat gesagt…

Naja im Vergleich zum Walfischverbot in Binnenseen (weiß leider nimmer welcher Bundesstaat das war, jedenfalls einer ohne Meer...) hört sich das ja richtig vernünftig an.

Desperado hat gesagt…

Das Walfischding kenne ich nicht, aber man muss dabei berücksichtigen, dass wir in den USA "case law" haben. Und die Rechtsprechung bringt schonmal Sachen zustande, die zusammengefasst komisch klingen. Wenn ein Vermieter nicht möchte, dass in der Badewanne des Hauses ein Esel gewaschen wird und ein Gericht dazu entscheidet, heißt es gleich: "Ha, wie lustig, in den USA ist es gesetzlich verboten, einen Esel zu baden." Ist alles relativ.

Anonym hat gesagt…

Genau, abstraktes Denken haben die Amis nicht gerade erfunden, daher auch ihre unsinnig langen Verträge.

 

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