9. Mai 2011

Fotokopier-Software II - Die Rückkehr in Windows 7

Vor zwei Jahren habe ich einmal auf ein nützliches Tool hingewiesen, mit dem man sich mittels eines Scanners und eines Druckers einen Fotokopierer ins Haus holen kann. Seine Stärken spielt dieses Tool besonders in Zusammenarbeit mit einer geeigneten PDF-Software als virtuellem Drucker aus, da Bewerbungsunterlagen wie Zeugnisse u.ä. in der mit einem Kopierer vergleichlichen Qualität zum PDF werden, aber i.d.R. weniger Speicherbedarf aufweisen werden als mit der ggf. beim Drucker/Scanner mitgelieferten Software.

Nun ist dieses Tool leider seit Jahren nicht mehr erneuert worden, so dass ich mich zunächst nicht traute, es mit Windows 7 zu verwenden. Gerade riskierte ich die Installation doch, da Windows 7 eine nützliche Funktion hat, mit der man eine Setup-Datei glauben lassen kann, auf Windows XP zu installieren: Ich klickte mit rechts auf die runtergeladene icarbonsetup-Datei, wählte "Eigenschaften" aus, dann den Reiter "Kompatibilität" und setzte einen Haken bei "Programm im Kompatibilitätsmodus ausführen für". Als Programm wählte ich "Windows XP Service Pack 2". Weiter unten setzte ich den Haken in der Berechtigungsstufe "Programm als Administrator ausführen". Die Änderungen bestätigte ich wie gehabt mit "OK". iCarbon ließ sich mit der präparierten Datei problemlos installieren.

Sollte es beim Start der Software doch Probleme geben, könnte man auch die beiden exe-Dateien am Installationsort auf die selbe Weise präparieren, aber in meinem Fall ließ sich die Software problemlos ausführen, so dass ich in allen anderen Fällen ebenfalls zuversichtlich bin. Es ist auf jeden Fall unglaublich nützlich, dass man auf diese Weise sehr einfach alte und geliebte XP-Software auf Windows 7 zum Laufen bekommt.

So, jetzt noch ein Schmankerl am Ende, wie man leicht ein mehrseitiges Dokument scannen kann, um es dann in einer Datei abzuspeichern. Ich nutze hierfür seit Windows 7 die Gratissoftware pdf24. Sie enthält einen Editor, mit dem man PDF-Dateien zusammensetzen kann. Wenn man PDF24 in iCarbon als "Drucker" angibt und den installierten PDF24 Editor startet, BEVOR(!) man mit iCarbon scannt, dann wird direkt im Editor jede Seite hinter die andere gesetzt. Diese Seiten lassen sich dann mittels der "verbinden"-Funktion (4. Button in der Symbolleiste, vergleichbar mit zwei Eheringen) miteinander kombinieren und als fertige Datei an den gewünschten Ort speichern. Man kann im Editor auch leicht die Reihenfolge der Seiten ändern, falls man sie unsortiert scannte.

7. Februar 2011

Spezial-Mandanten mit "Vorkenntnissen"

Vom Hörensagen oder aus persönlicher Erfahrung, jeder kennt ihn, diesen Mandanten-Typus, der seinen Anwalt mit einer Taschenbuch-Ausgabe des BGB von 1977 aufsucht und diesem stolz mitteilt, er habe sich schon einmal schlau gemacht und die für seinen Fall passende Norm gefunden: "Hier, § 433 Abs. 2 BGB ist es, passt genau!" "Na, prima, da ist die halbe Arbeit ja schon erledigt.", kann der Anwalt dann in tiefer Dankbarkeit antworten, auch wenn der Mandant gegen Ende des Mandats nun sicher eine ebenfalls halbierte Rechnung erwartet. Der Legende nach soll es sich bei solchen Mandanten oft um Lehrer handeln.

Nun, was dem Anwalt der Lehrer, das ist dem Zahnarzt der Heilpraktiker. In dem sympathischen Zahnärztinnen-Blog Verbloggt im Schloss Neuzahnstein berichtet Karius in ihrem Artikel "Vom Fach" über eine Patientin, deren heilpraktizierender Mann mit Hilfe einer elektrischen Ausmessung das Problem bereits gefunden zu haben glaubt: Es sei im "Zahn sechsundreißig" zu finden. (Ein tatsächlicher Profi hätte übrigens vom Drei-Sechser gesprochen, womit der sechste Zahn im dritten Quadranten gemeint wäre.) Leider hat das Röntgenbild seine Prognose einer "Ostitis und Peridontitis"(?) nicht bestätigen können. Der Hinweis auf eine verbesserungswürdige Mundhygiene kam auch eher mäßig an, nun ja.

Als weitere Lese-Empfehlung des verlinkten Blogs empfehle ich einen Artikel von Matrize über eine kleine Auseinandersetzung mit der Polizei, ein Schmankerl für Strafrechtler.

Erschreckend ist ein Artikel von Baktus wegen des darin enthaltenen Hinweises, dass schon Vierjährige mit echten Problemen zum Zahnarzt müssen.

1. Januar 2011

Weiterkämpfen trotz erlittener Niederlage

Vor längerer Zeit erhielten wir die Kündigung unseres Vermieters. Vorausgegangen war dieser ein Streit um die Nebenkosten. Der Anwalt unseres Vermieters glaubte, sich bei der Kündigung auf § 573a BGB berufen zu können. Man kommt sich ehrlich gesagt wie ein Mietnomade vor, wenn man so eine Kündigung erhält, nur weil man sich bei den Nebenkosten nicht über den Tisch ziehen lassen wollte. Wir zahlen brav per Dauerauftrag unsere Miete, behandeln die Mietsache ordentlich und sind ruhig. Das reicht offensichtlich nicht, so dass § 573a BGB als willkommenes Mittel taugt, dem Streit um die Nebenkosten ein Ende zu bereiten.

Nun gut, so kam es anstelle eines Prozesses um die Nebenkosten schließlich zum Räumungsprozess. Die Klage unseres Vermieters wurde abgewiesen, schon im Oktober 2010. Jetzt erhielten wir zum Jahresende 2010, nämlich gestern, ein Schreiben des gegnerischen Anwalts, in welchem er (neben allerhand Nonsens) im letzten Absatz um Mitteilung bittet, wann wir das Mietobjekt zu räumen gedenken. Da konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Hat der Mann denn nicht gemerkt, dass wir den Prozess gewonnen haben? Ist der so schwer von Begriff? Wir könnten hier rein theoretisch wohnen bis wir umfallen.

Es ist zwar in der Tat so, dass wir im Prozess äußerten, bis spätestens Mitte 2011 aus persönlichen Gründen ohnehin ausziehen zu wollen, was aber von ein paar im Prozess genannten Faktoren abhängig ist. Und von einem bloßen "Räumen" kann dann sowieso keine Rede mehr sein, denn nach einem Urteil, in dem die Unwirksamkeit der Kündigung festgestellt wurde, ist nun einmal eine neue Kündigung durch uns erforderlich, bevor wir ausziehen, was ein Anwalt doch eigentlich wissen sollte. Ansonsten wüsste ich nämlich nach allen bisherigen Erlebnissen genau, wie die Gegenseite sich verhalten würde: Sie würde auf die Fortsetzung der Mietzinszahlung pochen, so dass wir spätestens nach der "Räumung" ohnehin kündigen müssten und drei Monate Miete ohne Gegenleistung zahlen würden.

Übrigens haben wir die letzte Nebenkostenabrechnung fast ausnahmslos (wenn auch unter Vorbehalt) komplett gezahlt, da zumindest dieses Mal der richtige Schlüssel angesetzt wurde. Allerdings haben wir eine Position der Abrechnung nicht gezahlt: Den Allgemeinstrom. Es hat sich nämlich mittlerweile herausgestellt, dass der Allgemeinstrom für allerhand elektrische Geräte unseres mit im Haus wohnenden Vermieters genutzt wird, beispielsweise für eine Tiefkühltruhe und für eine Telefonanlage. Es geht sogar eine Verlängerungsschnur in einen der Kellerräume unseres Vermieters, wo sicher weitere Geräte angeschlossen wurden. Als ich ihn schriftlich zur Rede stellte, kam er schließlich mit der Schutzbehauptung, er würde von den Allgemeinstromkosten einen bestimmten Betrag abziehen. Unklar ist jedoch, ob dies stimmt und wie er diesen berechnet haben will, denn ein separater Zähler ist nicht angebracht.

Sein Anwalt behauptete dennoch pauschal, die Abrechnung sei nicht zu beanstanden. Selbstverständlich vermied er Erklärungen und/oder Normenbezug. Auf meinen Hinweis, die Stromabrechnung könne so durchaus den Tatbestand von § 263 StGB erfüllen, kam in dem gestrigen Schreiben jetzt die pauschale Behauptung, meine Auffassung sei "schlichtweg unrichtig". Natürlich auch wieder ohne Erklärungen oder Normenbezug.

Der gegnerische Anwalt weiß übrigens, dass einer der beiden Adressaten seiner Schreiben ein Jurist ist. Trotzdem hält er es nicht für nötig, auf Augenhöhe zu kommunizieren. Seine Schreiben strotzen vor Polemik und insbesondere sein gestriges Schreiben enthält nicht einen einzigen juristisch brauchbaren Satz. Ganz schön traurig. Ich werde mir die Zeit daher schenken und von einer (von ihm verlangten) "kurzfristigen Rückäußerung" absehen.

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr all unseren Lesern!
 

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