7. Februar 2011

Spezial-Mandanten mit "Vorkenntnissen"

Vom Hörensagen oder aus persönlicher Erfahrung, jeder kennt ihn, diesen Mandanten-Typus, der seinen Anwalt mit einer Taschenbuch-Ausgabe des BGB von 1977 aufsucht und diesem stolz mitteilt, er habe sich schon einmal schlau gemacht und die für seinen Fall passende Norm gefunden: "Hier, § 433 Abs. 2 BGB ist es, passt genau!" "Na, prima, da ist die halbe Arbeit ja schon erledigt.", kann der Anwalt dann in tiefer Dankbarkeit antworten, auch wenn der Mandant gegen Ende des Mandats nun sicher eine ebenfalls halbierte Rechnung erwartet. Der Legende nach soll es sich bei solchen Mandanten oft um Lehrer handeln.

Nun, was dem Anwalt der Lehrer, das ist dem Zahnarzt der Heilpraktiker. In dem sympathischen Zahnärztinnen-Blog Verbloggt im Schloss Neuzahnstein berichtet Karius in ihrem Artikel "Vom Fach" über eine Patientin, deren heilpraktizierender Mann mit Hilfe einer elektrischen Ausmessung das Problem bereits gefunden zu haben glaubt: Es sei im "Zahn sechsundreißig" zu finden. (Ein tatsächlicher Profi hätte übrigens vom Drei-Sechser gesprochen, womit der sechste Zahn im dritten Quadranten gemeint wäre.) Leider hat das Röntgenbild seine Prognose einer "Ostitis und Peridontitis"(?) nicht bestätigen können. Der Hinweis auf eine verbesserungswürdige Mundhygiene kam auch eher mäßig an, nun ja.

Als weitere Lese-Empfehlung des verlinkten Blogs empfehle ich einen Artikel von Matrize über eine kleine Auseinandersetzung mit der Polizei, ein Schmankerl für Strafrechtler.

Erschreckend ist ein Artikel von Baktus wegen des darin enthaltenen Hinweises, dass schon Vierjährige mit echten Problemen zum Zahnarzt müssen.
 

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